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22.12.11 - Nach dem Erdbeben, Tsunami und der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März konnten viele Waisen inzwischen Verwandten oder Pflegefamilien übergeben werden. Die SOS-Kinderdörfer stellen die Nothilfe ein.
Unmittelbar nach dem Erbeben brauchten die Menschen die Hilfe am dringendsten. Bei der Katastrophe waren mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen. Viele Kinder waren allein zurückgeblieben.
Das SOS-Kinderdorf in Fukuoka im Süden Japans hatte daraufhin Plätze für Waisenkinder und Hilfe bei der Unterbringung der verwaisten Kinder angeboten. Bei Betreuung, Traumabehandlung und Vermittlung der Waisenkinder an Verwandte und Pflegeeltern hat das SOS-Kinderdorf in Japan viel Hilfe geleistet.
Vor allem bei der Beratung der japanischen Sozialbehörden konnten die SOS-Kinderdörfer einen wichtigen Beitrag leisten. Bislang war es in Japan üblich, verwaiste Kinder, für die auch keine Verwandten mehr zu finden waren, in Heimen unterzubringen. Die SOS-Experten konnten gemeinsam mit anderen Organisationen die Behörden davon überzeugen, dass die Kinder in Pflegefamilien weitaus besser aufgehoben sind. Für die meisten verwaisten Kinder konnten glücklicherweise Verwandte gefunden werden, die sie aufnahmen. Weitere kamen in Pflegefamilien unter.
Damit hat SOS-Japan eine neue Entwicklung in Japan angestoßen mit Waisenkindern umzugehen. Darauf sind die Kollegen in Japan sehr stolz. Grundsatz der SOS-Kinderdörfer ist, dass es am besten ist, dass Kinder in einer Familie aufwachsen – am besten in der eigenen. Deshalb werden weltweit auch zehntausende Familien im Rahmen der SOS-Familienhilfe unterstützt, damit sie ein selbstbestimmtes Leben führen können und nicht wegen Armut auseinanderbrechen. Erst wenn Familien versagen oder alle Angehörigen gestorben sein sollten, werden Waisen in SOS-Kinderdörfer aufgenommen.
Da sich die soziale Situation der Kinder nach dem Erdbeben inzwischen wieder entspannt hat, ist keine Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Japan mehr notwendig. Künftig wird bedürftigen Kindern und Familien vom japanischen Staat langfristige und beratende Hilfe angeboten.