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13.02.09 - Immer wieder hört man ein Kind vor Schmerz aufschreien, dann ertönt eine empörte Stimme: "Achtung! Was passiert hier?" So beginnt der aufrüttelnde Radio-Spot, mit dem sich die SOS-Kinderdörfer im afrikanischen Benin im Kampf gegen Prügelstrafe und Kindesmisshandlung engagieren.
Im Tonstudio: SOS-Mitarbeiter wirkten bei der Produktion des Radio-Spots mit.Ob in der Familie, in der Schule oder auf der Straße: Ein Kind zu schlagen gilt vielen Erwachsenen in Benin als "normales" Mittel der Kindererziehung. Vor diesem Hintergrund ist Kindesmisshandlung ein weitverbreitetes Problem.Ein Beispiel: Ein kleines Mädchen aus einer armen Familie muss in einem fremden Haushalt Kinderarbeit leisten. Dort wird sie gedemütigt, misshandelt und gequält. Als sie ihrem Vater sagt, dass sie dort nicht mehr arbeiten will, droht dieser, das Mädchen tot zu schlagen. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und läuft weg. Kein Einzelschicksal: In den vergangenen Jahren berichteten Benins Medien mehrmals von erschütternden Fällen - in einigen davon waren Kinder an den Folgen der Misshandlungen gestorben.
2007 wurden die SOS-Kinderdörfer als erste Kinderhilfsorganisation in Benin aktiv, um mit einer breiten Aufklärungskampagne die Stimme gegen Prügelstrafe und Kindesmisshandlung zu erheben. Jeder Mitarbeiter war einbezogen - vom nationalen Direktor, über Dorfleiter, SOS-Mütter und Sozialarbeiter bis hin zu Hausmeistern und Fahrern.
Nein zur Prügelstrafe: Lehrer verbrennen Rohrstöcke und Riemen.Warum Radio? Nahezu jede Familie in Benin, auch in entlegenen Dörfern, besitzt ein Radio-Gerät! Ab Mitte 2007 war der Radio-Spot eineinhalb Jahre in lokalen und überregionalen Radiosendern, auch im landesweiten Rundfunk, zu hören. Einige SOS-Mitarbeiter – Kinderdorf-Mütter und Dorfleiter – traten in Radiosendungen als Interviewpartner und Diskussionsteilnehmer auf.
Daneben gingen SOS-Mitarbeiter auch an Schulen und leisteten dort Überzeugungsarbeit. In symbolträchtigen Aktionen verbrannten Lehrer vor ihren Schülern Rohrstöcke und Riemen.
Mit ihrer eineinhalbjährigen Kampagne gegen Prügelstrafe und Kindesmisshandlung haben die SOS-Kinderdörfer in Benin Hunderttausende erreicht. SOS konnte so einen wichtigen Beitrag leisten, um die Menschen in dem afrikanischen Land für Kinderrechte zu sensibilisieren. Zwar stieß SOS mit seinem Engagement gegen die Prügelstrafe auch auf Kritik, die zum Teil von namhaften Persönlichkeiten wie Universitätsprofessoren kam. Doch bei einer Blitzumfrage gaben 90 Prozent der Befragten an, dass SOS ihre Einstellung zur körperlichen Züchtigung von Kindern verändert habe.
"Der Kampf gegen körperliche Züchtigungen und Prügelstrafen stellt eine große Herausforderung für die SOS-Kinderdörfer in Benin dar, die sich für die Rechte der Kinder im ganzen Land einsetzen", betont Salimane Issifou, der nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer in Benin. "Wir werden diesen Kampf weiter fortsetzen."