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SOS-Mutter zu sein, ist mit Sicherheit nicht leicht. Welche Persönlichkeit muss man haben, um diese Herausforderung anzunehmen? Dorothy Napolo, eine 40-jährige Malawierin, wird in den nächsten Wochen als SOS-Mutter ins SOS-Kinderdorf Blantyre einziehen. Hier berichtet sie, warum sie diese außergewöhnliche Aufgabe übernehmen möchte.
Frau Napolo, was haben Sie bisher gearbeitet? Ich arbeitete für die Vereinten Nationen als Rezeptionistin in der Veterinär-Abteilung der Welternährungsorganisation FAO (Food and Agricultural Organization of the United Nations) in Malawi.Sie werden bald in die kleine Gemeinschaft des SOS-Kinderdorfs Blantyre einziehen… Ich freue mich auf die kleine Gemeinschaft! Und es ist aufregend, dass mir schon bald die edle Aufgabe zufallen wird, mich um Waisen und in Not geratene Kinder zu kümmern, die in einem SOS-Kinderdorf leben. Bringen Sie schon Erfahrungen mit, die Ihnen helfen werden während der Ausbildung oder später bei der Arbeit mit SOS-Kinderdorf? Neben meiner Arbeit als Rezeptionistin habe ich schon ehrenamtlich gearbeitet. Ich habe Kinder mit Tuberkulose oder HIV/AIDS zuhause betreut und gepflegt. Was ist Ihnen besonders wichtig? Ich möchte, dass jedes der Kinder, das ich betreue, eine gute Ausbildung bekommt und fleißig lernt. Und, dass meine SOS-Kinder sowohl in der Schule als auch innerhalb der Dorfgemeinschaft mit den anderen Kindern gut auskommen. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre eigene Mutter und an Ihre Kindheit? Und was würden Sie anders machen?Meine Mutter war sehr liebevoll. Sie ermutigte mich, in der Schule fleißig zu lernen. Sie ließ mich im Haushalt mithelfen, damit ich lernte, alles selbst zu tun. Ich habe vor, es ihr in dieser Hinsicht als SOS-Mutter gleichzutun. Sie schlug mich aber auch oft zur Bestrafung, und das werde ich sicher nicht machen.
Wie denken Ihre Freunde und Ihre Familie über Ihre neue Arbeit? Meine Freunde und meine Verwandten haben mich sehr ermutigt. Sie möchten mich unbedingt im Dorf besuchen kommen und mehr über meine Arbeit als SOS-Mutter erfahren. Manche Leute meinen, dass Waisen besser von der Großfamilie betreut werden sollten und nicht von “Fremden”. Es ist sicher sehr gut für Waisen, wenn sie – sofern das möglich ist - von leiblichen Verwandten, also von der Großfamilie, betreut werden. Aber wenn die Verwandten den Kindern keine Perspektive bieten können oder wenn ein Kind keine Verwandten hat, die es aufnehmen möchten - dann sollten andere Menschen oder Organisationen, wie etwa SOS-Kinderdorf, einspringen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Kinder ermutigt werden, die Beziehungen zu ihrer leiblichen Familie nicht abreißen zu lassen. Frau Napolo, vielen Dank für das Interview!