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Auszüge aus einem Interview mit Mildre Solano Duran (27)erschienen in dem Buch "Frauenleben". Mildre kommt aus Potosi, einer kleinen Stadt in Boliviens Norden. Seit acht Jahren ist sie SOS-Kinderdorf-Mutter im SOS-Kinderdorf Tarija.
Mildre mit ihrer großen SOS-TochterWir würden Sie Ihren Beruf beschreiben?
Es ist die schönste Aufgabe, die es für eine Frau gibt. Natürlich ist es manchmal schwierig, aber solange es Liebe gibt, ist alles zu schaffen, alles zu lösen. Es ist so viel, so viele glückliche Momente, so viele traurige Momente, dass es schwer ist, das zu erklären. Für mich persönlich ist es das Schönste und Größte, was mir im Leben passieren konnte. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne die Kinder zu leben. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Kinder ohne mich leben. Sie sind wir wichtiger als meine eigene Familie, sie sind alles für mich."
Mit ihrer SOS-FamilieWas waren Ihre Hauptmotive SOS-Kinderdorf-Mutter zu werden?
"Ich wollte selbstständig sein und aus der Familie herauskommen. Schon als ich als SOS-Tante anfing hatte ich die Absicht, Kinderdorf-Mutter zu werden. Ich sagte damals schon, dass ich ein Haus übernehmen möchte. Ich träumte davon "meine" Kinder zu haben, die "Mutter" zu mir sagen, eine Familie zu haben."
Beim Ausflug mit ihrer SOS-Familie Können Sie sagen, was das schönste Erlebnis im SOS-Kinderdorf für Sie war?
"Das schönste Ereignis war an einem Muttertag: Meine Kinder engagierten gemeinsam mit dem Dorfleiter ein mexikanisches Ensemble, die Mariachis, die für mich sangen. Dann musste ich an einem Marathon teilnehmen! Ich weinte mehr als ich laufen konnte, weil ich so gerührt war, dass meine Kinder mit mir liefen. Sie animierten mich: "Mama. Du schaffst das!" Sie zogen und schubsten mich, damit ich weiterlief. Später bereiteten sie ein Abendessen vor, zu dem sie meine Freunde eingeladen hatten. Das war der schönste und wichtigste Tag für mich."
Mildre beim Einkauf auf dem Markt Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor? Wie sehen Sie sich in zehn Jahren?
"Ich kann mir vorstellen, dass meine Kinder ihre Ziele erreichen. Ich stelle mir vor, mit ihnen zusammen zu sein, so, wie wir heute leben. Ich stelle mir vor, das ich Psychologie studiere oder eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin mache und mit neuen Kindern arbeite. Ich kann mir vorstellen, dass meine Töchter heiraten. Ich kann mich auch mit Enkelkindern sehen."