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SOS-Kinderdörfer Wie wir helfen Familienhilfe Schicksale

Meine Kinder sind jetzt stolz auf mich! 

Malancha ist eine 33-jährige Frau aus Chittagong, Bangladesch. Vor neun Jahren starb ihr Mann bei einem Unfall und ließ Malancha mit zwei Kindern zurück. Sie bekam eine Arbeit als Dienstmädchen, aber das Geld reichte nicht aus, um ihre Söhne zur Schule zu schicken.        


Malancha mit ihren beiden Söhnen. Foto: Chetna SharmaMalancha an der Nähmaschine mit ihren beiden Söhnen."Nach dem Tod meines Mannes war ich vollkommen hilflos", erinnert sich Malancha. "Meine Schwiegereltern, die eigentlich immer sehr nett zu mir waren, wandten sich auf einmal gegen mich. Sie wollten, dass ich das Haus verlasse. Also zog ich mit meinen Kinder aus."

Malancha hatte die Schule nur bis zur achten Klasse besucht und besitzt keine Berufsausbildung. "Ich suchte einen Job, aber ich fand keinen, schließlich nahm ich eine Stellung als Dienstmädchen an." Aber mit dieser Arbeit verdiente sie zu wenig Geld. Sie bekam 15 Dollar im Monat, davon zahlte sie zehn Dollar allein für die Miete. Mit den übrigen fünf Dollar konnte Malancha kaum für die übrigen Kosten aufkommen. Es war unmöglich für die junge Witwe, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen. 
 

Heute kann ich wieder vernünftig leben

"Ich musste immer weinen, wenn ich sah, wie die anderen Kinder zur Schule gingen", gibt Malancha zu. "Ich betete verzweifelt, Gott möge doch dafür sorgen, dass meine Jungs zur Schule gehen können." Die Frau, für die Malancha arbeitete, machte sich Sorgen. So erzählte sie ihr von den SOS-Kinderdörfern und ermutigte Malancha, das SOS-Sozialzentrum Chittagong zu besuchen. Dieser Besuch war ein Wendepunkt in Malanchas Leben.

Das SOS-Sozialzentrum in Chittagong bietet neben medizinischer Betreuung und Beratung eine Tagesstätte für Kinder berufstätiger Mütter an und eine Lehrwerkstätte für die Frauen der Umgebung, in der Schneiderei und Stickerei gelehrt werden. Malancha besuchte den Nähkurs und wurde in das Familienstärkungsprogramm des Zentrums aufgenommen. Ihre Kinder konnten nun endlich die Grundschule besuchen. Sie bekamen außerdem ausreichend gesundes Essen und Schulhefte.

Vor sechs Monaten kaufte sich Malancha eine Nähmaschine und gründete in ihrem Haus eine Boutique. "Ich bat alle Frauen in der Nachbarschaft, mir eine Chance zu geben. Jetzt werden meine Näharbeiten von allen geschätzt", lächelt Malancha.

Nach und nach bekam sie mehr Aufträge und ihr monatliches Einkommen stieg. "Heute kann ich wieder vernünftig leben und das habe ich den SOS-Kinderdörfern zu verdanken. Ich bin jetzt eine Facharbeiterin, gut ausgebildet, und muss nicht mehr für wenig Geld als Haushälterin arbeiten." Und dann ergänzt sie froh: "Auch meine Kinder sind stolz auf ihre Mutter, die eine Boutique besitzt."

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