Hauptstadt: San Salvador
Fläche: 21.041 km²
Bevölkerungszahl: 6,8 Mio. Einwohner (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Mestizen, Indios und eine kleine Minderheit europäischer Abstammung
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): Römisch-katholisch, Protestanten
Währung: 1 El-Salvador-Colón = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Pater Flavián Mucci lernte während seines Einsatzes in Honduras die SOS-Kinderdorf-Arbeit kennen und war von diesem Langzeitbetreuungskonzept sehr begeistert. Als er vom Franziskanerorden Anfang der siebziger Jahre nach El Salvador entsandt wurde, setzte er sich mit Hermann Gmeiner in Verbindung mit dem Ziel, die SOS-Kinderdorf-Idee in El Salvador umzusetzen. In Sonsonate, einer kleinen Stadt rund 60 Kilometer westlich der Hauptstadt San Salvador, bildete sich eine Gruppe von sehr engagierten Personen, um die bedürftigen Kinder vor Ort zu unterstützen. Bereits im April 1972 konnte das SOS-Kinderdorf Sonsonate den ersten Kindern die Geborgenheit einer Familie bieten.
Die krassen sozialen Gegensätze zwischen Arm und Reich und die ständige Bedrohung durch Erdbeben und Vulkanausbrüche hinterließen deutliche Spuren in der salvadorianischen Gesellschaft. Die Bevölkerung litt in den achtziger Jahren unter dem Gräuel des Bürgerkrieges, der rund 75.000 Menschen das Leben kostete. Am stärksten betroffen war die auf dem Land lebende Bevölkerung. Als Folge der jahrelangen Unruhen wuchs die Anzahl der verwaisten und vernachlässigten Kinder im Land stetig. Daher entschloss sich SOS-Kinderdorf zur Errichtung weiterer SOS-Kinderdörfer und anderer Betreuungseinrichtungen. Einen wesentlichen Beitrag zu Unterstützung alleinstehender Mütter und kinderreicher Familien leistete SOS-Kinderdorf mit der Schaffung von SOS-Sozialzentren, in denen Kinder tagsüber betreut werden.
Im Oktober 1998 verwüstete der Hurrikan "Mitch" weite Teile des Landes, Überschwemmungen im Osten von El Salvador waren die Folge. Bis Ende November 1998 versorgte SOS-Kinderdorf International mit seinem SOS-Nothilfeprogramm 2.000 Familien mit Lebensmitteln und Medikamenten; 100 Kinder, die ihre Angehörigen verloren hatten, wurden vorübergehend in Notunterkünften untergebracht.
2005 startete SOS-Kinderdorf Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in El Salvador fünf SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen, ein SOS-Berufsbildungszentrum sowie sechs SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf El Salvador (verfügbar auf Spanisch)