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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Ägypten Kairo

SOS-Kinderdorf Kairo 

Foto: SOS-Archiv
Foto: SOS-Archiv
 
Kairo, die Hauptstadt Ägyptens, liegt im Nordosten des Landes am rechten Nilufer am Rande des Nildeltas. Mit geschätzten 25 Millionen Einwohnern ist Kairo nicht nur die größte Stadt Ägyptens sondern auch die größte städtische Agglomerationen Afrikas. Sowohl Kairo als auch Alexandria verzeichneten im Laufe der Jahre einen enormen Zuzug armer Bevölkerungsschichten aus ländlichen Gebieten. Dies führte in diesen beiden Städten zu einem doppelt so hohen Bevölkerungswachstum wie in anderen Städten Ägyptens. Weder konnte der Arbeitsmarkt in ausreichendem Maße Arbeitskräfte absorbieren noch standen ausreichend Wohnungen zur Verfügung. Die finanzielle und soziale Lage der zugewanderten Bevölkerung wurde daher immer schwieriger und prekärer, die Zahl verwaister und vernachlässigter Kinder nahm ständig zu. Diese Umstände bewogen schließlich SOS-Kinderdorf International an diesen Standorten die ersten beiden SOS-Kinderdörfer des Landes zu errichten.

Das SOS-Kinderdorf Kairo liegt auf hügeligem Gelände in der Wohnsiedlung Heliopolis, am Nordostrand der Stadt. Es umfasst 15 Familienhäuser, Dorfleiterhaus, Tantenhaus (SOS-Tanten kümmern sich in Abwesenheit der SOS-Kinderdorf-Mütter um die Kinder), Gästehaus, Verwaltungs- und Servicebereich und ein Haus für pensionierte SOS-Kinderdorf-Mütter. Im Verwaltungstrakt sind Büros, ein Festsaal und eine Bibliothek untergebracht.

Ein weiteres Gebäude beherbergt einen großen SOS-Kindergarten, der auch von Kindern aus der Nachbarschaft besucht wird. Dadurch wird die soziale Anbindung des SOS-Kinderdorfes an seine Umgebung begünstigt. Um den älteren Burschen die Verselbständigung zu erleichtern, wurden 1986 in Kairo drei voll ausgestattete Jugendwohngemeinschaften für Jungen eingerichtet, in denen jeweils sechs Jugendliche untergebracht werden können. Für die älteren Mädchen des SOS-Kinderdorfes Kairo stehen zwei Mädchenwohnhäuser innerhalb der SOS-Kinderdorfgemeinschaft zur Verfügung, da in Ägypten unverheiratete Mädchen aus traditionellen und sozialen Gründen zuhause untergebracht werden müssen.

Die Aufnahme der Burschen des SOS-Kinderdorfs in die SOS-Jugendwohngemeinschaften erfolgt im Alter von 14 bzw. 15 Jahren. Die Jugendwohngemeinschaften werden von einem Jugendhausleiter pädagogisch betreut. Die Aufnahme bedeutet für die Jugendlichen den Beginn der Verselbständigung und ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. SOS-Mütter, der Dorfleiter und ein Psychologe bereiten sie sorgfältig auf diesen Wechsel vor. Der Aufenthalt in einer Jugendwohngemeinschaft wird mit ca. vier Jahren angesetzt, wobei Jugendliche, die noch eine Berufsausbildung machen, auf Jobsuche sind oder an einer Universität studieren, länger dort bleiben können. Der Bau der SOS-Hermann-Gmeiner Grund- und Sekundarschule Kairo konnte 1997 fertig gestellt werden. Die Schule wird zurzeit von 3.000 Schülern besucht.

Im Juli 2003 wurde das SOS-Sozialzentrum/UNHCR eröffnet. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen und SOS-Kinderdorf International zur Betreuung von Flüchtlingskindern in einem Übergangsheim.

Seit Jänner 2005 ist ein weiteres SOS-Sozialzentrum in Betrieb. Aufgabe dieses Zentrums ist die Stärkung der Familien, Beratung, Unterstützung der Gemeinschaft, HIV-AIDS Hilfe und die Betreuung von Straßenkindern. Im ersten Jahre konnten 150 Kinder und 50 Familienmitgliedern geholfen werden.



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