Das SOS-Kinderdorf Mekele liegt 4 km außerhalb von Mekele, Hauptstadt der ältesten besiedelten Provinz Äthiopiens, direkt an einer der Karawanenstraßen, die in die Salzwüste führen. Das Klima ist angenehm, aber sehr trocken. So sind die Staudämme, die zur Wasserversorgung des SOS-Kinderdorfes gebaut wurden, auch für die Bewohner im Umfeld des SOS-Kinderdorfes von größter Bedeutung.
Das SOS-Kinderdorf Mekele umfasst 20 Familienhäuser, in denen bis zu 200 Kinder mit ihren SOS-Kinderdorf-Müttern leben, Dorfleiterhaus, Verwaltungs- und Servicebereich, Gästehaus und SOS-Tantenhaus (SOS-Tanten kümmern sich während der Abwesenheit von SOS-Müttern um die Kinder). Dank der Staudämme kann auch eine kleine Landwirtschaft mit Viehhaltung und Viehfutterproduktion, sowie Gemüseanbau betrieben werden, die sowohl einen erheblichen Teil des Nahrungsmittelbedarfs des SOS-Kinderdorfes deckt, als auch auf kommerzieller Basis funktioniert.
Seit 1976 verfügt das SOS-Kinderdorf über einen SOS-Kindergarten. Er besteht aus vier Gruppenräumen, Nebenräumen und einem Spielplatz. Im SOS-Kindergarten Mekele werden bis zu 190 Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und seiner Umgebung betreut. Ab dem Alter von ca. 16 Jahren werden die SOS-Jugendlichen in den vier SOS-Jugendhäusern untergebracht. Das Leben in den SOS-Jugendhäusern bietet den Jugendlichen ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. Sie werden lediglich von einem Erzieher betreut. Die Aufnahme im Jugendhaus bedeutet für die Jugendlichen einen wichtigen Schritt in Richtung Verselbständigung, wobei die SOS-Mütter, die Dorfleiter und Psychologen sie sorgfältig auf diesen Schritt vorbereiten. Der Aufenthalt in einem Jugendhaus wird mit ca. vier Jahren angesetzt. Jugendliche die noch in Ausbildung stehen oder auf Arbeitssuche sind, können aber auch länger bleiben.
Besonderen Wert legt man auch auf die Schulbildung der Kinder. Um diese zu gewährleisten wurde 1998 die SOS-Hermann-Gmeiner-Grund- und Sekundarschule Mekele in Betrieb genommen. Sie wird zurzeit von ca. 680 SchülerInnen aus dem SOS-Kinderdorf und seiner Umgebung besucht. Sie besteht aus 24 Klassenräumen, Bibliothek, drei Laboratorien, Computerraum, Mehrzweckhalle, Sportplatz und Verwaltungsräumen. Im Rahmen des Nachbarschaftshilfeprogramms zahlt die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule Kindern und Jugendlichen aus extrem armen Verhältnissen Stipendien für den Schulbesuch. Darüber hinaus werden regelmäßig zahlreiche Schüler aus armen Familien, die öffentliche Schulen besuchen, mit Geld- und Sachspenden unterstützt.
Im SOS-Berufsbildungszentrum Mekele, das 2001 eröffnet wurde, erhalten Jugendliche, die sich für Krankenpflegeberufe interessieren, eine fachliche Berufsausbildung. Es umfasst zwei Klassenräume, zwei Demonstrationsräume, Bibliothek, Studentenunterkünfte, Kantine und Verwaltungsräume. Zurzeit werden 30 SchülerInnen am SOS-Berufsbildungszentrum unterrichtet.
Im Oktober 2001 ging das SOS-medizinische Zentrum (Krankenstation) in Betrieb. Es leistet nicht nur wertvolle Dienste hinsichtlich der medizinischen Versorgung der SOS-Kinderdorfgemeinschaft, der Schüler der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und des SOS-Berufsbildungszentrums sondern es steht auch der gesamten Bevölkerung aus der Umgebung zur Verfügung. Es besteht aus zwei Behandlungsräumen, diversen Nebenräumen und einem Medikamentenraum.