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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Angola

Länderinformation über Angola 

Landschaft
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Geschichte/Politik
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Kultur

Landschaft


Angola ist flächenmäßig das siebtgrößte Land Afrikas und kann von Westen nach Osten in drei große Landschaftsräume unterteilt werden: das flache Küstentiefland, eine Übergangszone und schließlich die weiten Hochflächen des Landesinneren. Der Berg Moco ist mit 2.620 m die höchste Erhebung des Landes.

Die meisten Flüsse entspringen in den Bergen der Landesmitte. Die beiden größten, zum Atlantik fließenden Ströme sind der Kuanza und der Kunene. Andere große Flüsse sind der Kwango, der nach Norden fließt und in den Kongo mündet, sowie der Kwando und der Kubango, die Richtung Südosten in das Okavangobecken Botswanas fließen.

Klima


Angola hat tropisches Klima. Die Trockenzeit dauert von September bis April, der vor der Küste entlang ziehende kalte Benguelastrom mäßigt die Temperaturen des Küstentieflandes und senkt die Niederschlagsmenge, vor allem im Süden.

Fauna/Flora


Dichter tropischer Regenwald bedeckt den Norden und die Exklave Cabinda. Im Süden weicht der Regenwald der Savanne, die noch weiter südlich und im Osten in Grasland übergeht. Die Küstenregionen sind mit Palmen bewachsen. Südlich von Namibe gibt es nur spärliche Wüstenvegetation.

Die Tierwelt ist ebenso artenreich wie die Pflanzenwelt. Es gibt viele der großen afrikanischen Säugetiere wie Elefanten, Nashörner, Giraffen, Flusspferde, Zebras, Antilopen, Löwen, Gorillas sowie Krokodile und verschiedenste Arten von Vögeln und Insekten.

Geschichte/Politik


1483 erreichten die Portugiesen auf der Suche nach Edelmetallen Angola, wo sie in weiterer Folge mit Unterstützung der einheimischen Herrscher einen schwunghaften Sklavenhandel entwickelten und mit der Christianisierung begannen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts brachte Portugal das Landesinnere nie ganz unter seine Kontrolle, weshalb das regime do indigenato eingeführt wurde, ein System wirtschaftlicher Ausbeutung und politischer Unterdrückung, das bis 1961 in Kraft blieb.

1951 erhielt Angola offiziell den Status einer Überseeprovinz; verlor während der 50er Jahre aber das Streben nach Unabhängigkeit nie aus den Augen und begann 1961 einen Guerillakrieg gegen die portugiesische Kolonialherrschaft. Die Unabhängigkeitsbewegung war in drei rivalisierende Lager gespalten, die jedoch vorerst allesamt nicht sehr erfolgreich waren. Nach der Revolution in Portugal im April 1974 begann das portugiesische Kolonialreich auseinander zu fallen, und am 11. November 1975 wurde Angola in die Unabhängigkeit entlassen.

Zwei verschiedene Regierungen nahmen nun für sich in Anspruch, die neue Nation zu vertreten. Ein mehrjähriger Bürgerkrieg war die Folge. Anfang 1976 gewann die Angolanische Befreiungsbewegung (MPLA) die Oberhand, die damalige Regierung mit Agostinho Neto als Staatspräsidenten fand aber nur zögernd internationale Anerkennung. Nach dem Tod Netos 1979 übernahm José Eduardo dos Santos die Staatsführung, die bewaffneten Kämpfe gingen aber unvermindert weiter.

Nach der Vereinbarung eines umfassenden Friedensplans im August 1988 schloss die amtierende Regierung eine Waffenruhe, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen kontrolliert werden sollte. Aus den Mehrparteienwahlen vom September 1992 ging die MPLA, aus den Präsidentschaftswahlen José Eduardo dos Santos als Sieger hervor. Die Oppositionspartei UNITA erkannte jedoch die Wahlergebnisse nicht an und griff erneut zu militärischen Mitteln, was 1993 zu einer Massenflucht von mehr als einer Million Menschen führte. Auch ein neuer, 1994 in Lusaka (Sambia) ausgearbeiteter UN-Friedensplan führte zu keiner Beilegung des Konflikts, der sich zu einem der schrecklichsten Bürgerkriege der Welt ausgeweitet hatte. 1996 einigten sich beide Bürgerkriegsparteien auf die Bildung einer Regierung der Einheit und der nationalen Versöhnung, die im April 1997 eingesetzt wurde. 2000 flammten jedoch die Kämpfe zwischen Regierung und UNITA wieder auf.

Nach dem Tod des Oppositionsführers Jonas Savimbi im Februar 2002 beschlossen die beiden Lager einen Waffenstillstand, vier Monate später wurde der 27 Jahre währende Bürgerkrieg für beendet erklärt. Derzeit sieht sich die angolanische Regierung mit der Herausforderung konfrontiert, die Infrastruktur im Land wieder aufzubauen und die zurückkehrenden Flüchtlinge entsprechend zu integrieren.

Wirtschaft


Angolas Wirtschaft hat seit der Unabhängigkeit schwere Rückschläge erlitten. In den achtziger Jahren und Anfang der neunziger Jahre nahm der Bürgerkrieg an Heftigkeit zu und brachte die landwirtschaftliche Produktion zum Erliegen. Nur etwa 2,8% der Gesamtfläche Angolas sind Ackerland, wovon nur ein Sechstel ständig bebaut wird. Kaffee, das wichtigste Exportgut, wird in den nördlichen Landesteilen angebaut; die Erträge gingen jedoch, wie bei allen anderen Anbaufrüchten, aufgrund des Krieges stark zurück. Das wichtigste Agrarerzeugnis zur Deckung des Eigenbedarfes ist Maniok, aber auch Zuckerrohr, Bananen und Mais spielen eine wesentliche Rolle.

Die Produktion von Gemüse, Baumwolle, Palmenprodukten und Sisal ist ebenfalls von Bedeutung, im Süden des Landes wird vorwiegend Viehzucht betrieben. Angola ist reich an Bodenschätzen wie Erdöl (etwa 90 % der Exportwerte), Diamanten, Eisenerz, Mangan, Kupfer, Uran, Phosphaten und Salz.

Die Entwicklung des industriellen Sektors ist begrenzt, die wichtigsten Produkte der verarbeitenden Industrie sind Getränke und Lebensmittel wie raffinierter Zucker, Fischmehl, Mehl und Bier. Außerdem werden Textilien, Zement, Glas und chemische Produkte hergestellt. 2003 erreichte die Inflationsrate 115%, während die geschätzte Arbeitslosigkeit bei 50% lag.

Kultur


Wie so oft bei afrikanischer Kunst sind die Holzmasken und Skulpturen aus Angola nicht in erster Linie künstlerische Kreationen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Ritualen im Zusammenhang mit Leben und Tod, dem Wechsel von der Kindheit zum Erwachsenenalter, den Erntedankfesten und dem Beginn der Jagdzeiten.

Angolanische Künstler arbeiten mit Holz, Elfenbein, Malachit oder Keramik. Jede ethnische Gruppe in Angola hat ihre eigenen künstlerischen Merkmale. Eines der berühmtesten Kunstwerke ist die Skulptur des "Cokwe Denkers", ein Meisterwerk an Harmonie und Symmetrie. Die Lunda-Cokwe leben im nordöstlichen Teil von Angola und sind für ihre besonderen Plastiken bekannt.



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