Natitingou ist die Hauptstadt des Departements Atacora im Nordwesten des Landes. Das SOS-Kinderdorf Natitingou wurde an der Stadtausfahrt Richtung Djougou im Stadtviertel Ourbouga errichtet. Es liegt auf einem der vielen kleinen Hügel gleich an der Bundesstraße. Bis ins Stadtzentrum sind es etwa 4 km. Eine Grundschule, ein technisches Gymnasium und ein Krankenhaus liegen ca. 1,5 km entfernt, der nächste Markt ca. 5,5 km. Das Viertel Ourbouga ist noch spärlich besiedelt. Es entstanden bisher lediglich ein paar notdürftige Hütten, die von einkommensschwachen Bauern bewohnt sind. Dazwischen tummeln sich viele kleine Kinder, von denen kaum eines die Schule besuchen kann.
Das SOS-Kinderdorf Natitingou wurde auf einem ungefähr 8 Hektar großen Grundstück errichtet, das der Organisation von den beninischen Behörden zur Verfügung gestellt wurde. Es besteht aus 10 Familienhäusern, die bis zu 100 Kinder aufnehmen können, einem Verwaltungsgebäude, dem Dorfleiterhaus, einem Haus für die Familienhelferinnen, einem Mehrzwecksaal und einem Gemeindesaal, der den Schulkindern auch als Kantine dient.
Der Kindergarten, der gleichzeitig mit dem SOS-Kinderdorf eröffnet wurde, hat eine Aufnahmekapazität von 50 Kindern. Er umfasst zwei Klassenräume, einen zusätzlichen Raum für die individuelle Begleitung von Kindern mit Schulschwierigkeiten, einen Spielplatz mit kleinen runden Hütten, den sich die Kinder gemeinsam mit den Schülern der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule teilen, und einen Fußballplatz.
Auch die Grundschule ging im Oktober 1999 in Betrieb. Sie umfasst sechs Klassenräume, ein Verwaltungsgebäude, einen Klassenraum für Kinder mit Schulschwierigkeiten, eine Bibliothek und Werkstätten für verschiedene praktische Aktivitäten. Derzeit kann die Schule von bis zu 210 Schülern besucht werden.
Eine Jugendeinrichtung soll die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleiten und ihre Eingliederung in die Gesellschaft und das Berufsleben erleichtern. Sie wurde im Oktober 2003 in Betrieb genommen und ermöglicht es den Jugendlichen, sich unter Anleitung von Pädagogen gezielt auf ihre Verselbständigung vorzubereiten.
Ein SOS-Sozialzentrum, in Betrieb seit Juni 2004, wurde mit dem Ziel eingerichtet, HIV-infizierte Personen und ihre Familien (besonders ihre Kinder) zu unterstützen. Im SOS-Sozialzentrum können monatlich bis zu 100 Kinder aus in Not geratenen Familien betreut werden. Dieses Zentrum widmet sich der HIV-Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung aus der Umgebung und unterstützt betroffene Personen und Familien mit Lebensmitteln und mit finanziellen und materiellen Leistungen (wie beispielsweise Beihilfen für den Schulbesuch der Kinder oder Verteilung von Schulmaterial und Schuluniformen).