Hauptstadt: Porto Novo
Fläche: 112.620 km²
Bevölkerungszahl: 7,5 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Fon und Adja, Bariba, Somba, Yoruba
Amtssprache(n):
Religion(en): Animismus (Voodoo), Islam, Christentum
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Aufgrund des großen Bedarfs an Betreuungseinrichtungen für verlassene und verwaiste Kinder in Benin knüpfte SOS-Kinderdorf International vertreten durch Herrn Otto Brönnimann 1982 erste Kontakte mit den zuständigen Behörden. Im Januar 1985 konnte ein Abkommen zwischen der Regierung von Benin und SOS-Kinderdorf International unterzeichnet werden, und in der Folge wurde SOS-Kinderdorf ein Grundstück in Abomey-Calavi, etwa 17 km von der größten Stadt des Landes Cotonou entfernt, geschenkt. So entstanden zunächst sechs Familienhäuser, Kindergarten und Grundschule, die im September 1987 fertiggestellt wurden.
Die ersten Kinder zogen gemeinsam mit dem Dorfleiter, Herrn Mathias Chadaré, im Oktober 1987 in die bereits fertiggestellten Familienhäuser des SOS-Kinderdorfes Abomey-Calavi ein. Fünf weitere Familienhäuser wurden bis 1990 fertiggestellt. Der dem Dorf angeschlossene SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule gingen ebenso im Oktober 1987 in Betrieb und bieten eine gute Schulbildung, wobei der Großteil der Kinder aus der Umgebung stammt.
Die besondere Problematik der aus Gründen des traditionellen Glaubens verstoßenen Kinder führte dazu, dass 1994 die Idee für ein zweites SOS-Kinderdorf in Benin, und zwar im Norden des Landes, entstand. Daher wurde zwischen 1997 und 1999 das SOS-Kinderdorf Natitingou samt Kindergarten und Grundschule errichtet. Im August 1996 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein Benin als Rechtsträger der SOS-Kinderdorf-Arbeit vor Ort gegründet. Die schlechte Schulsituation im Land bewegte SOS-Kinderdorf außerdem zu einer Erweiterung seines Schulangebotes in Abomey-Calavi um eine höhere Sekundarschule mit Spezialisierung im künstlerisch/musischen Bereich, welcher in Westafrika, vor allem auch in Benin, eine besonders große Rolle spielt. Nachdem die zwei bestehenden SOS-Kinderdörfer einerseits ganz im Süden, andererseits ganz im Norden des Landes angesiedelt sind und der Bedarf weiterhin enorm groß ist, entstand im Jahr 2002 die Idee zur Errichtung eines dritten SOS-Kinderdorf-Projektes in Benin im Zentrum des Landes, und zwar in Dassa-Zoumé etwa 200 km von Cotonou entfernt. Dem Dorf, das 2006 in Betrieb gehen konnte ist ein SOS-Kindergarten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und ein SOS-Sozialzentrum angeschlossen. Ab 2004 startete SOS-Kinderdorf Benin an den SOS-Kinderdorf-Standorten verschiedene Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Benin direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Insbesondere der Norden von Benin ist von großer Armut gekennzeichnet – das Geld für Essen, Schulbildung und medizinischer Betreuung fehlt. SOS-Kinderdorf Benin versucht mit seinen SOS-Einrichtungen dieser prekären Lage entgegenzuwirken und beschloss, ein medizinisches Zentrum auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfes Natitingou zu errichten. Gleichzeitig soll auch das SOS- Kinderdorf um zwei Familienhäuser erweitert werden.
Zurzeit gibt es in Benin drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS‑Kindergärten, vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, vier SOS-Sozialzentren, ein SOS-Medizinisches Zentrum, ein regionales Ausbildungszentrum für SOS-Kinderdorf-Mütter/Mitarbeiter. Ein SOS-Medizinisches Zentrum ist in Fertigstellung.
Website von SOS-Kinderdorf Benin
(verfügbar auf Deutsch, Englisch und Französisch)