Anlässlich der Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Ougadougou im Jahre 1999 wurde vom Sozialminister Burkina Fasos der Wunsch an den Präsidenten des Französischen Fördervereines herangetragen, man möge im Lande noch ein zweites SOS-Kinderdorf errichten. Nachdem sich die Vorstellungen über den Standort konkretisiert hatten, wurde vom SOS-Regionalbüro eine Studie über die Bedarfslage in Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt des Landes, durchgeführt. Bobo-Dioulasso liegt etwa 360 km südwestlich von Ouagadougou und zählt etwa 600.000 Einwohner. Die Stadt ist ein Handelszentrum, das auch für die Nachbarländer Côte d’Ivoire, Mali und Ghana von Bedeutung ist. Die zentrale Lage der Stadt bringt für die Bevölkerung große wirtschaftliche Vorteile, aber auch gravierende Nachteile wie z.B. Drogenhandel, Prostitution, hohe AIDS Infektionsrate, etc. Unter diesen Nachteilen haben in erster Linie Kinder zu leiden. Da sich die Betreuungseinrichtungen für Waisenkinder in Bobo-Dioulasso auf zwei kleine Kinderkrippen beschränken und zudem die Kinder ab 18 Monaten wieder zu ihren meist unter dem Existenzminimum lebenden Familien zurückkehren müssen, wurde beschlossen, in Dafra, einem Vorort der Stadt, ein neues SOS-Kinderdorf zu errichten. Im März 2004 konnten schließlich die ersten Kinder in das neue SOS-Kinderdorf Dafra einziehen.
Das SOS-Kinderdorf Dafra Bobo-Dioulasso wurde auf einem 10 Hektar großen Grundstück im Zentrum der Stadt errichtet. Es umfasst 12 Familienhäuser, Verwaltungsgebäude, Ambulanz, Dorfleiterhaus, SOS-Tantenhaus, zwei Personalhäuser, Gästehaus, Mehrzweckhalle, Sportplatz sowie eine kleine Werksatt.
Dem SOS-Kinderdorf wurden auch ein SOS-Kindergarten, in dem bis zu 150 Kinder betreut werden können, und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (Grund- und eine Sekundarschule) angegliedert. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule besteht aus vier Haupt- und mehreren Nebengebäuden (Bibliothek, Kantine, etc.) und einem Sportplatz. In den 12 Schulklassen werden insgesamt 900 Kinder unterrichtet.