SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Burundi ist ein durch ethnische Spannungen zerrüttetes Land. Die Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen Hutu und Tutsi haben bisher mehr als 300.000 Menschen das Leben gekostet. Armut prägt den Alltag vieler Menschen. Vor allem kinderreiche Familien zerbrechen leicht unter diesem Druck.
Die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Burundi begann in den Siebziger Jahren. Das erste SOS-Kinderdorf des Landes entstand 1979 in Gitega, einer Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern im Zentrum Burundis. Die außerordentlich große Armut der Bevölkerung und die Masse notleidender Kinder machten den Bau weiterer Kinderdörfer nötig: Das zweite SOS-Kinderdorf öffnete 1985 in der Hauptstadt Bujumbura am Tanganjikasee seine Pforten. Heute leben hier fast 130 Kinder in 13 Familienhäusern.
Da es in Burundi keine Schulpflicht gab und das Angebot an staatlichen Schulen gering war, bauten die SOS-Kinderdörfer im Lauf der Zeit vier Hermann-Gmeiner-Schulen. Die erste wurde im Oktober 1985 in Bujumbura eröffnet. Außerdem entstand in der Hauptstadt im Jahr 1992 ein medizinisches Zentrum, in dem hilfesuchende Menschen betreut werden.
Als der verheerende Bürgerkrieg im benachbarten Ruanda ausbrach, starten die SOS-Kinderdörfer umgehend ein Nothilfeprogramm. Im Rahmen dessen entstand in Burundi eine provisorische Einrichtung für Kinder, die ihre Eltern durch die kriegerischen Auseinandersetzungen verloren hatten. Aus diesem Provisorium wurde später das dritte SOS-Kinderdorf Burundis: Muyinga liegt knapp fünf Kilometer außerhalb der gleichnamigen Provinzhauptstadt im Norden des Landes. Wie in den anderen Kinderdörfern Burundis gibt es auch dort eine SOS-Jugendeinrichtung. Hier werden die jungen Menschen auf ein selbständiges Leben außerhalb des Kinderdorfes vorbereitet.
Auf Bitte der Regierung Burundis wurde ein weiteres SOS-Kinderdorf im Süden des Landes gebaut - einer Region, die ebenfalls von dem Krieg schwer betroffen wurde und eine hohe Zahl an Waisenkindern aufweist. Im November 2005 konnten die ersten SOS-Kinder im neuen Kinderdorf Rutana einziehen.
Zurzeit gibt es in Burundi vier SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, vier SOS-Kindergärten, vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-medizinische Zentren und vier SOS-Sozialzentren.