Hauptstadt: Yamoussoukro
Fläche: 322.000 km²,
Bevölkerungszahl: 17,3 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Akan, Agni-Baule, Kru, Malinke, Mande und Senufo
Amtssprache(n): Französisch
Religion(en): Christen, Muslime, Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Aufgrund des Zerfalls der traditionellen Familienstrukturen und der großen Arbeitslosigkeit und Landflucht in Côte d'Ivoire begann der französische Priester "Vater Martin" bereits im Jahre 1962, sich in der Umgebung der Großstadt Abidjan für Kinder in Not einzusetzen. Zunächst schuf er eine Unterkunft für 15 elternlose Kinder. Später errichtete er mit Hilfe der Regierung und mit Unterstützung der Frau des späteren Staatspräsidenten auf einem Grundstück in Abobo-Gare, etwa 15 km außerhalb von Abidjan, ein "Dorf der Freundschaft" für diese Kinder. Im Januar 1969 zogen die ersten Kinder in dieses Dorf ein.
1970 trafen "Vater Martin" und Hermann Gmeiner zusammen und führten erste Gespräche über eine Zusammenarbeit. In der Folge schloss sich "Vater Martin" 1971 mit seinem Projekt in Abobo Gare der SOS-Kinderdorf-Organisation an. So wurde das SOS-Kinderdorf Abobo-Gare das erste SOS-Kinderdorf in Afrika.
1980 wurden Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf Côte d'Ivoire auf die schlechte Situation der unerwünschten und verstoßenen Kinder in der Region Aboisso, im Südosten des Landes, aufmerksam. So entstand von 1981 bis 1983 das zweite SOS-Kinderdorf in Côte d'Ivoire mit Namen "Dorf der Brüderlichkeit", welches im Februar 1983 die ersten Kinder aufnehmen konnte. Im März 1982 wurde ein nationaler SOS-Kinderdorf-Verein als Rechtsträger der Aktivitäten in Côte d'Ivoire gegründet. In den folgenden Jahren bis 1994 wurden die beiden SOS-Kinderdörfer in Abobo-Gare und Aboisso um Kindergärten und Schulen erweitert, da es vor allem an Betreuungsmöglichkeiten für kleinere Kinder und Ausbildungseinrichtungen in der Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer fehlte.
Diese Einrichtungen werden zum Großteil von externen Kindern besucht und leisten einen wertvollen Beitrag zur Anhebung des Bildungsniveaus in der Nachbarschaft. Bereits 1980 entstanden in Abobo-Gare auch die ersten Jugendwohnungen innerhalb des SOS-Kinderdorfes, später kamen Jugendwohneinheiten, Verselbständigungsprogramme und landwirtschaftliche Projekte für Jugendliche in Aboisso dazu. Ein Militärputsch im September 2002 verschlechterte die politische Situation im Land, trotz Friedensvertrag zwischen Regierung und Opposition kann die Lage noch immer als instabil angesehen werden. Ab 2004 startet SOS-Kinderdorf Côte d'Ivoire verschiedene Aktivitäten zur Linderung der Not der Bevölkerung, vor allem auch der von HIV/Aids-Betroffenen.
Ziel dieser Familienförderprogramme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Aktivitäten sind: Öffnung der Krankenstationen in Abobo-Gare und Aboisso für die Nachbarschaft, Unterstützung mit Lebensmitteln, Medikamenten, Schulgebühren, Schaffung von Selbsthilfeprojekten.
Zur Zeit gibt es in Côte d'Ivoire zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Kindergärten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-Sozialzentren und ein SOS-medizinisches Zentrum.