SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Und das, obwohl die Region über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt. Doch die jahrelang andauernden Bürgerkriege haben dem Land und den Menschen schwer zugesetzt.
Im Jahr 1987 begannen die SOS-Kinderdörfer mit ihrer Arbeit in Zaire, dem heutigen Kongo. Im selben Jahr konnte ein Kooperationsabkommen zwischen der Regierung und SOS-Kinderdorf International unterzeichnet werden, das noch heute die Grundlage unserer Arbeit im Land ist. Kurz nach der Unterzeichnung begannen die Bauarbeiten am ersten Kinderdorf. Es wurde in der Stadt Bukavu im Osten des Landes am Ufer des Kivu-Sees gebaut. Heute leben hier fast 140 Kinder gemeinsam mit ihren SOS-Kinderdorf-Müttern.
Der dem Kinderdorf Bukavu angeschlossene Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule sind wichtige Einrichtungen in der Region und stehen sowohl den SOS-Kindern als auch den Kindern der Nachbarschaft offen. 1994 öffnete das erste SOS-Jugendhaus in Bukavu seine Pforten. Im selben Jahr, zwei Monate nach Ausbruch des Bürgerkrieges im benachbarten Ruanda, mussten die Kinder des dortigen SOS-Kinderdorfes in Gikongoro vorübergehend ihre Heimat verlassen und wurden im SOS-Kinderdorf Bukavu aufgenommen.
Im Jahr 1996 kam es im Kongo abermals zu erbitterten Kämpfen zwischen Rebellen Regierungstruppen. Damals wurde das SOS-Kinderdorf Bukavu für kurze Zeit durch eine Truppe des Militärs besetzt. Wenig später eröffnete das SOS-Kinderdorf Bukavu eine kleine Krankenstation, um die vom Bürgerkrieg geplagten Menschen aus der Umgebung mit dem Nötigsten zu versorgen. Diese Einrichtung wurde in den folgenden Jahren ausgebaut und ist heute ein wichtiges medizinisches Zentrum in der Region.
Als es im Jahr 1997 in der Region Süd-Kivu erneut zu heftigen Unruhen kam, bauten die SOS-Kinderdorf in der Stadt Uvira ein SOS-Nothilfekinderdorf mit Kindergarten und Schule für etwa 250 Kinder: In erster Linie für Kinder deren Eltern Opfer des grausamen Bürgerkrieges geworden waren. In den folgenden Jahren wurde das Nothilfekinderdorf, das in aller Eile entstand, zu einer dauerhaften SOS-Einrichtung ausgebaut.
Die SOS-Kinderdörfer in der Demokratischen Republik Kongo unterstützen bedürftige Familien in ihren Nachbarschaften. Viele davon sind durch HIV/Aids in Not geraten. Die SOS-Familienhilfe unterstützt Kinder und ihre Eltern z.B. durch Medikamente, Schulgebühren und Selbsthilfeprojekte.
Zur Zeit gibt es zwei SOS-Kinderdörfer in der Demokratischen Republik Kongo, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Kindergärten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und ein SOS-medizinisches Zentrum.