Hauptstadt: Bissau
Fläche: 36.125 km²
Bevölkerungszahl: 1,4 Millionen Einwohner (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Balante, Fulbe, Mandyak, Malinke und Pepel
Amtssprache(n): Portugiesisch
Religion(en): traditionelle Religionen, Islam, Christen
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Aufgrund der herrschenden Armut in Guinea-Bissau trat die dortige Regierung 1984 an SOS-Kinderdorf International mit der Bitte heran, ein SOS-Kinderdorf in Guinea-Bissau zu errichten. In den Folgejahren entwickelten sich Kontakte zwischen dem Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International und den lokalen Behörden, welche vor allem durch den Botschafter von Guinea-Bissau in Senegal, Herrn José Baptista, weiter vorangetrieben wurden. Im Februar 1988 wurde ein Grundstück in Mansiri, einem Vorort der Hauptstadt Bissau, kostenlos auf SOS-Kinderdorf überschrieben. So entstand von 1991 bis 1994 das erste SOS-Kinderdorf in Guinea-Bissau mit angeschlossenem Kindergarten und Grundschule. Nach Bauende Anfang 1994 übernahmen zwei geistliche Schwestern (Fr. Ronchi und Fr. Benedetti) den menschlichen Aufbau und vorerst die Leitung des Dorfes. Im Mai 1994 konnten die ersten Kinder ihr neues Zuhause beziehen.
Im Rahmen der offiziellen Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Bissau würdigte der Staatspräsident von Guinea-Bissau die Arbeit von SOS-Kinderdorf und benannte die Straße, an der das SOS-Kinderdorf Bissau liegt, in "Rua Hermann Gmeiner" um. In der Folge erhielt SOS-Kinderdorf ein zweites Grundstück in der Provinzhauptstadt Gabú, etwa 200 km von Bissau entfernt. Aufgrund der politischen und sozialen Unruhen 1997/98 verzögerte sich allerdings der Baubeginn des zweiten SOS-Kinderdorfes. Im Juni 1998 brachen in unmittelbarer Nähe des SOS-Kinderdorfes Bissau Kampfhandlungen aus. Kinder und Angestellte wurden evakuiert, zuerst nach Gabú, später von Oktober 1998 bis Juli 1999 in das sichere SOS-Kinderdorf Bakoteh in Gambia. Während des Bürgerkriegs führte SOS-Kinderdorf ein kleines Nothilfeprogramm durch, um die unmittelbare Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfes sowie ein öffentliches Krankenhaus in dieser schweren Zeit mit Lebensmitteln, Medikamenten und Wasser zu versorgen und ihnen beim Wiederaufbau von Häusern zu helfen.
In den Jahren 2000/2001 entstand schließlich das SOS-Kinderdorf Gabú samt Kindergarten und Schule. Gleichzeitig wurde in Bissau auf einem Nachbargrundstück des bestehenden SOS-Kinderdorfes ein SOS-Jugenddorf und ein SOS-Sozialzentrum errichtet, das neben einer Erste-Hilfe-Station den Jugendlichen zur Weiterbildung und Freizeitgestaltung dient. Im Dezember 2000 konnte auch ein nationaler SOS-Kinderdorf-Verein Guinea-Bissau als Rechtsträger für die Arbeit im Land gegründet werden. Im Jahr 2003 verstärkte SOS-Kinderdorf in Guinea-Bissau seine Nachbarschaftshilfeaktivitäten, zB bohrte SOS-Kinderdorf in Bissau einen Brunnen für die Versorgung von ca. 12.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser.
Zurzeit gibt es in Guinea-Bissau drei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, drei SOS-Kindergärten, vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und ein SOS-Sozialzentrum.
Website von SOS-Kinderdorf Guinea-Bissau
(verfügbar auf Englisch)