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Ein Neuanfang für Zipporah und ihre Kinder 

Zipporah war völlig abgemagert und wog nur noch 39 Kilogramm, als die hochgewachsene Frau sich Hilfe suchend an das SOS-Zentrum in Nairobi wandte. Sie war schwer krank und musste nach dem Tod ihres Mannes allein für ihre vier Kinder und zwei Enkel sorgen. Heute hat sie wieder Normalgewicht und steht mit beiden Füßen im Leben.

Familie in einem Slum von NairobiDiese Mutter und ihr Kind erhalten Unterstützung durch die SOS-Familienhilfe in Nairobi - Foto: Thomas Schytz LarsenZipporahs Ehemann starb vor einigen Jahren nach einer langwierigen Krankheit. Dass ihr Mann an Aids litt, erfuhr sie erst nach dessen Tod. Sie wollte Gewissheit und machte einen Aidstest. Das Ergebnis war für sie ein Schock: Zipporah erfuhr, dass auch sie HIV-infiziert war. Doch die alleinerziehende Witwe gab sich nicht auf. "Ich habe sechs Kinder zu versorgen, mein jüngster war noch ein Baby, also musste ich stark sein."
Doch das Geld, das sie mit Gelegenheitsjobs verdiente, reichte kaum zu Leben. Ihre Kinder konnten nur sporadisch zur Schule gehen, da Zipporah die Kosten für Schulmaterialien und Schuluniform nicht aufbringen konnte. Mit der Zeit verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zunehmend, sie wurde immer schwächer und verlor drastisch Gewicht.
Als sie sich in ihrer Verzweiflung an das Sozial- und Gesundheitszentrum in Nairobi wandte, war sie nur noch Haut und Knochen. 

Medikamente, Schulgeld und Fortbildung

Zipporah und ihre Kinder erhielten Beistand durch die SOS-Familienhilfe. In dem SOS-Zentrum bekam sie kostenlos Medikamente, die für sie unerschwinglich waren. So erholte sie sich und kam wieder zu Kräften. Dazu trug auch die Lebensmittelbeihilfe bei, mit der SOS sie und ihre Kinder unterstützte. Außerdem erhielt die alleinerziehende Mutter und Großmutter Unterstützung beim Schulgeld, so dass die Kinder wieder regelmäßig den Unterricht besuchen konnten.
Der zweite Schritt war Hilfe zur Selbsthilfe: Um das Familieneinkommen zu verbessern, besuchte Zipporah an den Wochenenden einen einjährigen Schneiderei-Kurs im Berufsausbildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Nairobi. Die SOS-Familienhilfe vermittelte ihr zudem einen Mikrokredit, und Zipporah begann sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Mit dem Kredit kaufte sie Stoffe und nähte Bettwäsche und Vorhänge, um sie in der Nachbarschaft zu verkaufen. Außerdem besserte sie Kleidung aus.

Eine Nähmaschine: Zipporah investiert in die Zukunft ihrer Familie

Zipporah arbeitet mit großem Fleiß und das Geschäft läuft gut, so dass sie ihren Kredit zurückzahlen kann. Sie will sich nun eine Näh- und eine Stickmaschine kaufen. "Noch nähe ich alles mit der Hand, aber wenn ich die Maschinen habe, kann ich mehr herstellen und natürlich auch mehr verkaufen", sagt Zipporah, während sie stolz die Vorhänge und Bettdecken zeigt, die sie Zuhause näht und bestickt. Sie lächelt und blickt an sich herab. "Ich habe wieder ein paar Kilo auf den Rippen, mir geht es gut und - das ist das schönste - ich kann meine Kinder und Enkel versorgen und sie sogar zur Schule schicken."

* Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

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