Der Junge interessierte sich für Landschaft und Umwelt, nach dem Schulabschluss entschied er sich, "Limaru Boys' Centre" zu besuchen, eine agrarwirtschaftliche Einrichtung am Rande Nairobis, wo er einiges über Tiere, Blumen und Gartenarchitektur lernte. Nach zwei Jahren Ausbildung arbeitete er beim Irischen Konsulat in Nairobi, wo er an Recycling-Projekten mitwirkte.

Isaac Irungu mit seinem Produkt (Foto: Hilary Atkins)
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Das Erkennen einer Gelegenheit
Nach 1,5 Jahren beim Konsulat und einem sechs Monate dauernden Marketing-Kurs baute Isaac sein eigenes Müllabfuhr-Unternehmen auf. Obgleich die Stadtverwaltung Nairobi den Müll sammeln sollte, tat sie es kaum. Isaac expandierte mit gemieteten Kippern und sammelte zwei Mal die Woche Müll ein.
Doch der Wettbewerb war hart und Isaac merkte, dass er mehr als nur das Einsammeln von Müll anbieten musste. Also begann er, den Firmenwert zu steigern, in dem er Arbeiten ausführte, die eigentlich der Stadtverwaltung oblagen: er reparierte Straßenlampen und reinigte städtische Höfe - gratis.
Seine Firma wuchs und Isaac musste in mehr Ausstattung investieren. Nachdem seine Bitte um ein Darlehen von den SOS-Kinderdörfern Kenia bewilligt wurde, kaufte er sich einen Lastwagen mitsamt der Firma, der dieser Lastwagen gehörte - auch ein Müllabfuhr-Unternehmen. Nun hatte er drei Lastwägen und 35 Mitarbeiter - wovon acht auch in kenianischen SOS-Kinderdörfern aufgewachsen waren.

Isaac heiratet Carol (Foto: SOS-Archiv)
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Der Unternehmer hatte viele Freunde, einer davon arbeitete in der Abfüllerei von Coca Cola in Nairobi. Isaac wurde zugetragen, ein Konzept anzubieten, wie er die Mengen an Plastik-Flaschen des Konzerns handhaben könne, so dass sie nicht nur weggeschmissen und vergraben würden. Er schlug vor, die Flaschen zu sammeln, zu schreddern und sie zu Rohmaterial zu recyceln. Gleichzeitig schloss er mit einem dänischen Geschäftsmann einen Vertrag ab, der diesem monatlich 100 Tonnen des Rohmaterials zusicherte.
Um also Plastikflaschen zu sammeln, stellte er Behälter her, die er in Supermärkten platzierte, schloss er Verträge mit Hotelketten und Restaurants. Er bezahlt Leute, die ihm Flaschen von den Mülldeponien bringen. In seiner Lagerhalle werden dann die Flaschen geschreddert, nach Mombasa gefahren und nach Holland verfrachtet.
Trotz seiner langen Arbeitstage ist die Arbeit für ihn nicht alles: er führt den Vorsitz des seit drei Jahren bestehenden Vereins "SOS-Clan", der Jungen und Mädchen der kenianischen SOS-Kinderdörfer beisteht, wenn ein Familienangehöriger stirbt.
Kinderdorfleiter mit großem Einfluss
Obwohl Isaac ein sehr initiativer Mensch ist, bekennt er, dass er am stärksten vom ehemaligen Dorfleiter des SOS-Kinderdorfes Nairobi, Hernnegger, beeinflusst wurde. Hernnegger errichtete ein System von Arbeitsgruppen, die täglich Pflichten nachkommen mussten, wie beispielsweise Rasen mähen, auf die Hühner aufpassen usw. "Er brachte uns mit Arbeit in Berührung," sagt Isaac "und mit Belohnungen für die besten Gruppen spornte er uns an." Sich selber spornt er nun mit großen Zielen an: "In zehn Jahren will ich meine eigene Plastikfabrik haben."