Aktuelle Infos und Hintergründe über die SOS-Kinderdörfer.
Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Weltweit aktiv in 133 Ländern: SOS ist vor Ort!
Entdecken Sie, wie Sie Kindern in Not helfen können!
Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen: Unsere Freunde & Partner.
Schutz und Geborgenheit: Ein Mädchen drückt sich an seine Kinderdorf-Mutter - Fotos: Benno NeelemanIm SOS-Kinderdorf Nairobi gibt es viele kleine Mädchen. Aber keines ist heute so vergnügt wie die vierjährige Caroline*: Sie hat sich Ohrringe gebastelt und stolziert durch das Dorf wie eine kleine Prinzessin.
Doch im Dezember, als Caroline im SOS-Kinderdorf Nairobi ankam, war von der kindlichen Freude noch nichts zu spüren. Caroline weinte tagelang. Sie weigerte sich, zu essen, sprach nicht und kauerte sich in einer Ecke zusammen. Wenn jemand auf sie zuging, schrie sie vor Angst. Für ihre SOS-Mutter Anna war es eine schwierige Zeit. "Ich musste mich noch um neun andere Kinder kümmern und Caroline tat mir so leid!", sagt sie heute. "Aber ich kann mir vorstellen, was es für ein Kind bedeutet, so viel durchgemacht zu haben."
Carolines erste Lebensjahre waren traumatisch: Ihre Mutter war HIV-infiziert und im Gefängnis. Sie starb letztes Jahr kurz vor Weihnachten. Caroline und ihre beiden Geschwister wollten zu ihrer Großmutter, aber die schickte sie weg. Sie wusste nicht, wie sie die Kinder durchbringen sollte. Schließlich landeten sie in einem Kinderheim. Hier fand der SOS-Kinderdorf-Leiter die drei Geschwister.
"Mit ihr fühle ich mich wie eine junge Mutter": Kinderdorf-Mutter mit ihrem SOS-KindGlücklicherweise fasste Caroline irgendwann doch Vertrauen zu ihrer SOS-Mutter Anna: "Eines Tages stand sie einfach auf und setzte sich zu uns an den Tisch", sagt sie strahlend. "Wir waren alle ganz still, weil wir Angst hatten, sie könnte gleich wieder aufstehen und zurück in ihr Eckchen flüchten. Aber sie blieb sitzen und aß mit uns. Danach nahm ich sie auf meinen Schoß und so saßen wir da, den ganzen Abend. Das war für mich fast genauso schön wie für sie!", lacht Anna.
In drei Monaten veränderte sich Caroline von Grund auf. Sie ist das kleinste der Kinder und alle lieben dieses süße Mädchen. Ihre älteren SOS-Geschwister, die mittlerweile in einem Jugendhaus im Dorf leben, bringen sie immer noch jeden Abend ins Bett.
Caroline hängt sehr an ihrer SOS-Mutter und hält immer zu ihr. "Mit ihr fühle ich mich wie eine junge Mutter", lacht Anna, "jeden Tag sagt sie: ‚Mama, Mama! Wenn ich heute aus dem Kindergarten komme, muss ich nicht Mittag schlafen, ich bin doch schon so groß!’" Caroline besucht den SOS-Kindergarten, wo sie sehr fleißig ist und oft kleine Sternchen zur Belohnung bekommt. Sie ist sehr stolz darauf und klebt sie sich auf ein buntes Blatt neben ihrem Bett.
Caroline ist vielleicht noch kein großes Mädchen, aber dafür, dass sie noch so klein ist, hat sie viel Schlimmes erlebt. Jetzt hat sie gefunden, was sie am dringendsten brauchte: Eine neue Familie, Sicherheit und vor allem: Vertrauen.
* Name von der Redaktion geändert