SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Malawi zählt statistisch gesehen zu den ärmsten Ländern der Welt, und der Bedarf an sozialen Einrichtungen ist groß. Diese Tatsache veranlasste SOS-Kinderdorf im Jahre 1986, auch in Malawi tätig zu werden. Im April 1991 konnte ein Regierungsabkommen zwischen SOS-Kinderdorf International und der Republik Malawi unterzeichnet werden, und zwei Jahre später wurde der lokale SOS-Kinderdorf Verein offiziell registriert. Das erste SOS-Kinderdorf wurde in der Hauptstadt Lilongwe errichtet, und 1994 konnten schon die ersten Kinder mit ihren SOS-Müttern einziehen. Im Laufe der Jahre entstanden weitere SOS-Kinderdorf Einrichtungen in Lilongwe und auch im Norden des Landes, in Mzuzu.
Seit September 2005 ist ein weiteres SOS-Kinderdorf in Blantyre in Bau. Als Antwort auf die grassierende Aids Epidemie initiierte SOS-Kinderdorf Malawi Anfang 2002 ein Familienförderprogramm, welches vom SOS-Sozialzentrum in Lilongwe aus koordiniert wird. Ziel des Programms ist es, den Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Aufgrund der Nahrungsmittelknappheit und der drohenden Hungersnot wurden im Oktober 2002 sowie Ende 2004 und 2005 zusätzliche Nothilfeprogramme gestartet. Im Rahmen dieser Programme erhielten Not leidende Familien über einen Zeitraum von mehreren Monaten Nahrungsmittel sowie 2002 auch Saatgut und Dünger.
Zurzeit gibt es in Malawi drei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, drei SOS-Kindergärten, vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum, zwei SOS-medizinische Zentren und drei SOS-Sozialzentren.