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Selbst am Standard der schwarzafrikanischen Länder gemessen ist Mosambik ein extrem armes Land. 80 Prozent der Bevölkerung leben in erdrückender Armut. Sie kämpfen um grundlegende Dinge des täglichen Lebens wie z.B. fließendes Wasser, ordentliche sanitäre Anlagen und eine regelmäßige Versorgung mit Nahrungsmitteln. Das Pro-Kopf-Einkommen in Mosambik ist eins der niedrigsten auf der ganzen Welt; ca. 50 Prozent der Menschen in Mosambik müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen.Familien mit weiblichem Haushaltsvorstand sind besonders häufig von Armut betroffen, da viele mosambikanische Frauen nur schlecht ausgebildet sind. Die Einkommensverteilung ist nach wie vor sehr ungerecht; die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über ca. 40 Prozent des nationalen Einkommens. Es gibt nur sehr wenige Länder, in denen die Einkommensverteilung noch ungerechter ist als in Mosambik. Wenige Jahre nachdem der Frieden in Mosambik gesichert werden konnte, zerstörten heftige Überflutungen einen großen Teil der Infrastruktur des Landes, gerade als der langsame Wiederaufbau begonnen hatte. Die ländlichen Regionen in Mosambik sind häufig von Dürren geplagt. Hungersnöte sind weit verbreitet, und viele Einwohner leiden an Krankheiten, die durch Hunger und Unterernährung verursacht werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mosambik beträgt lediglich 48 Jahre. Das Land hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten der ganzen Welt. 11,5 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv - anders ausgedrückt leben ca. 1 400 000 Mosambikaner mit der Krankheit. Die Nahrungsmittelknappheit ist ein weiteres erhebliches Problem in Mosambik. Im Jahr 2010 führte der Anstieg von Brotpreisen zu massiven Unruhen. Aufgrund internationaler Finanzspekulation war der Weizenpreis damals dramatisch gestiegen. Infolgedessen wurde die Versorgung mit Nahrungsmitteln für den ärmsten Teil der Bevölkerung noch schwerer.
Auf ihrem Schulweg (Foto: W. Vyslozil)Mosambik ist eine bemerkenswert junge Nation; fast die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 14 Jahre. Trotz jüngster nachhaltiger Verbesserungen der wirtschaftlichen Situation leben nach wie vor viele Kinder ein Leben voller Entbehrungen. Fast die Hälfte der 10 Millionen Kinder in Mosambik lebt in extrem armen Verhältnissen. In der Hauptstadt Maputo, in der öffentliche Dienstleistungen generell leichter zugänglich sind, ist die Zahl armer Kinder deutlich niedriger als in den ländlichen Regionen des Landes.Dennoch mussten in den letzten Jahren immer mehr Kinder ohne elterliche Fürsorge aufwachsen. Ungefähr ein Viertel der 2 100 000 Waisenkinder in Mosambik haben ihre Eltern durch die weit verbreitete HIV/AIDS-Pandemie im Land verloren. Waisenkinder können nur selten regelmäßig die Schule besuchen, da viele von ihnen Kinderarbeit verrichten müssen, um zu überleben. Viele Waisenkinder landen in den Straßen der großen Städte, in denen kriminelle Handlungen, Drogenmissbrauch und kommerzielle Sexarbeit zum Bestandteil ihres täglichen Lebens werden.Wie auch in den meisten anderen Ländern Schwarzafrikas stellt HIV nach wie vor ein großes Problem für das Gesundheitssystem dar. Mit 88 von 1000 Lebendgeburten ist die Säuglingssterblichkeitsrate einer der höchsten in der ganzen Welt. Obwohl im Bereich der Einschulung große Fortschritte erzielt worden sind, haben immer noch 24 Prozent der Kinder zwischen 7 und 17 Jahren keinen Zugang zum Bildungssystem. Hunderttausende Kinder in Mosambik haben nie eine Schule besucht. Zumindest eine grundlegende Schulbildung ist für das Wachstum und die Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung und versetzt Kinder in die Lage, später als Erwachsene den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.
SOS-Kinderdorf ist seit 1986 in Mosambik tätig. Die Provinzhauptstadt Tete wurde als Standort für das erste SOS-Kinderdorf gewählt. Derzeit unterstützt unsere Organisation Kinder und Jugendliche in Mosambik durch Kindertagesstätten, Schulen, medizinische Zentren und Berufsbildungszentren an sechs verschiedenen Standorten.Aufgrund der drohenden Hungersnöte in Mosambik hat die Organisation zahlreiche SOS-Nothilfeprogramme in Mosambik durchgeführt, um die Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung der SOS-Kinderdorf-Familie.Während der 90er Jahre wurden weitere Nothilfeprogramme für unterernährte Kinder und ihre Mütter, schwangere Frauen und ältere Menschen durchgeführt. Sie erhielten Nahrungsmittel und eine grundlegende medizinische Versorgung. Als Tropenstürme im Februar 2000 in den Provinzen Gaza und Maputo verheerende Zerstörungen anrichteten, verteilte SOS-Kinderdorf Maputo Medikamente an die Familien der Gemeinde und sicherte die Versorgung mit Trinkwasser.