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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Sambia

Länderinformation über Sambia 

Landschaft
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Fauna/Flora
Politik/Geschichte
Wirtschaft
Kultur

Landschaft


Die Landschaft Sambias besteht hauptsächlich aus Hochplateaus, die fast das ganze Land bedecken, sowie mehreren Gebirgsketten (wie beispielsweise dem Muchingagebirge im Nordosten, wo die höchsten Berge 2.164 m erreichen). Der wichtigste Fluss ist der Sambesi, der die Grenzlinie zu Simbabwe darstellt. Er ist nur über kurze Strecken schiffbar, da es im gesamten Flussverlauf viele Stromschnellen und Wasserfälle gibt, am bekanntesten sind die Victoriafälle. Der Karibasee, einer der größten künstlich angelegten Seen der Welt, entstand durch den Bau des Karibadammes am Sambesi.

Klima


Aufgrund seiner Höhenlage verfügt Sambia über angenehmes, subtropisches Klima mit drei Jahreszeiten: Von Mai bis August ist es kühl und trocken mit durchschnittlich 17°C, von August bis November heiß und trocken mit 30°C, und von November bis April ist es regnerisch mit durchschnittlichen Niederschlägen von 1.400 mm und Durchschnittstemperaturen um 21°C.

Fauna/Flora


Obwohl das Land vor allem aus Savanne besteht, ist in Sambia ein großer Teil des ursprünglichen Waldbestandes, der von Teakbäumen dominiert wird, erhalten geblieben. Außerdem findet man noch Affenbrotbäume, und im Sumpfland wachsen Papyruspflanzen.

Zu den einheimischen Tieren gehören Löwen, Zebras, Giraffen, Krokodile, Flusspferde und eine Vielfalt an Antilopenarten. Der South Luangwa National Park ist besonders für seine Leoparden und seltenen Antilopenarten bekannt. Er beherbergt auch 400 verschiedene Vogelarten, ein Zehntel davon Raubvögel.

Politik/Geschichte


Das Gebiet des heutigen Sambia wurde um 1.000 nach Christus von Bantugruppen bewohnt, während der folgenden Jahrhunderte wanderten weitere Völker ein. Kleine Königreiche wurden in der Folge gegründet, von denen Luanda das mächtigste wurde. Ende des 19. Jahrhunderts marschierten die Briten in das Gebiet ein, das sie nun "Barotseland" nannten, ohne auf Gegenwehr der lokalen Könige zu stoßen. Der englische Unternehmer Cecil Rhodes (der 1889 von der britischen Krone das Recht eingeräumt bekam, den Handel und Bergbau der Region zu monopolisieren) unterzeichnete ein Jahr später mit König Lewanika einen Vertrag, in dem die Einrichtung eines britischen Protektorats unter dem Namen "Nord-Rhodesien" vorgesehen war.

Anfang des 20. Jahrhunderts stieß man auf große Kupfervorkommen, weswegen in dieser Region eine Bahnlinie errichtet wurde und viele europäische Siedler in das Gebiet kamen. Im Jahre 1924 übernahm Großbritannien die Kolonialherrschaft über das Gebiet und weitete den Kupferabbau aus. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Sambia zu einem der größten Kupferlieferanten der Welt. Das Elend der Bergarbeiter führte allerdings zu einer Reihe von Protestaktionen, die den Boden für nationalistische Bewegungen bereiteten.



Im Jahre 1953 wurde die Zentralafrikanische Föderation (Nord-Rhodesien, Süd-Rhodesien und Nyasaland) gegründet, die von sambischen Nationalisten unter der Führung Kenneth Kaundas abgelehnt wurde. Die gewaltsamen Proteste des Jahres 1961 führten in weiterer Folge dazu, dass die Föderation im Jahre 1964 aufgelöst und im Oktober desselben Jahres die Unabhängigkeit des Landes unter dem Namen Sambia ausgerufen wurde. Kaunda wurde zum Präsidenten gewählt, regierte lange Jahre und wurde mehrmals wiedergewählt. Anfang der achtziger Jahre wuchs die Kritik an Kaundas autokratischer Regierungsführung, die während der Wirtschaftskrise des Landes aufgrund des Verfalls des Kupferpreises im Jahre 1991 immer stärker wurde. Kaunda sah sich schließlich gezwungen, Wahlen auf der Grundlage eines Mehrparteiensystems zuzulassen.

Eine schwere Wirtschaftskrise, die durch die schlimmste Dürreperiode des zwanzigsten Jahrhunderts begründet war, zwang den neuen Präsidenten Frederick Chiluba, einschneidende Maßnahmen zu setzen, die in der Entlassung hunderter Beschäftigter des öffentlichen Dienstes und in Preisanstiegen gipfelten. Chiluba wurde im Jahre 1996 wiedergewählt, ihm folgte Levy Mwanawasa 2002 im Amt nach. Chiluba verlor damit 2003 seine Immunität und musste sich in 59 Anklagepunkten vor Gericht verantworten. Wenngleich einige davon zurückgezogen wurden, kamen 2004 noch sechs weitere Anklagepunkte hinzu, und Chiluba wurde wieder inhaftiert.

Wirtschaft


Der wichtigste Wirtschaftszweig Sambias ist der Bergbau, jedoch arbeiten nur 10% der aktiven Bevölkerung des Landes in diesem Bereich. Kupfer und Kobalt halten einen Exportanteil von 60 bzw. 19%, aber aufgrund der niedrigen Förderquote und des Preisverfalls während der letzten Jahre kam es zu einer Schrumpfung der Wirtschaft. Deshalb mussten auch wichtige Maßnahmen gesetzt werden, wie beispielsweise die Privatisierung verstaatlichter Betriebe und die Liberalisierung des landwirtschaftlichen Handels. In der vor allem auf Selbstversorgung ausgerichteten Landwirtschaft arbeiten mehr als 60% der aktiven Bevölkerung des Landes, während 9% im Dienstleistungssektor Beschäftigung finden. 2003 lag die Inflationsrate durchschnittlich bei 21,5%, die Arbeitslosigkeit bei 50%.

Kultur


Traditionsgemäß heiraten Mädchen in Sambia sehr jung. Früher wurden Ehen meist von den Eltern arrangiert, jetzt besitzen junge Menschen mehr Freiheiten bei der Partnerwahl. Bei allen Hochzeiten werden aber auch heute noch die Älteren zu Rate gezogen, und Verhandlungen über die vom Bräutigam angebotene Mitgift (Lobola) finden statt. Die Lobola reicht von einem kleinen Geldbetrag bis zu mehreren Stück Vieh. Kann dieser Preis vom Bräutigam nicht bezahlt werden, gehören die Kinder, die dieser Verbindung entstammen so lange zur Familie der Frau, bis die Lobola zur Gänze entrichtet wurde.



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