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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Sierra Leone

Sierra Leone - Übersicht 

BoFreetownMakeni
Hauptstadt: Freetown
Fläche: 71.740 km²
Bevölkerungszahl: 6 Millionen (Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Temne, Mende, Krio, Europäer, Libanesen, Pakistanis und Inder
Amtssprache(n): Englisch
Religion(en): Islam, traditionelle Glaubensrichtungen und Christentum
Währung: 1 Leone = 100 Cents

SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land


Anfang der 70er Jahre entstand die Idee, auch in Afrika mit der SOS-Kinderdorf-Arbeit zu beginnen. Sierra Leone war eines der ersten Länder, mit dem der damalige Projektleiter Werner Handl Kontakt aufnahm. Nach Gesprächen mit den lokalen Behörden erhielt SOS-Kinderdorf ein Grundstück zur Errichtung des ersten SOS-Kinderdorfes in Sierra Leone in Lumley, etwas außerhalb des Stadtzentrums von Freetown. Dort entstand 1973/74 ein Dorf mit angeschlossenem Kindergarten, welches im August 1974 von den ersten 45 Kindern besiedelt werden konnte. Im selben Jahr wurde auch ein nationaler SOS-Kinderdorf-Verein als Rechtsträger der Arbeit in Sierra Leone gegründet.

Da das Land über schlechte Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche verfügte, entschloss sich SOS-Kinderdorf später zum Bau einer Grund- und Sekundarschule und einer Druckerei in Freetown. Auch entstanden im Laufe der Jahre verschiedene Jugendwohneinrichtungen und Jugendverselbständigungsprogramme. Im Februar 1983 nahm ein zweites SOS-Kinderdorf samt Kindergarten und Jugenddorf im Landesinneren von Sierra Leone in Bo seinen Betrieb auf. Aufgrund der großen Anzahl von Kindern, die von Kinderlähmung betroffen waren, errichtete SOS-Kinderdorf 1988 in Freetown eine Behinderteneinrichtung. In den Jahren 1995 bis 1999 herrschten in Sierra Leone äußerst instabile Verhältnisse und teilweise tobte ein offener Bürgerkrieg. Aufgrund der zeitweiligen Bedrohung musste das SOS-Kinderdorf Bo mehrere Male vorübergehend evakuiert und andere SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Bo und Freetown mussten geschlossen werden. Das SOS-Kinderdorf Freetown diente temporär auch als Zufluchtsstätte für bis zu 2.000 Flüchtlinge.

1999 organisierte SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm für einen Teil der 30.000 Menschen, die sich vor den Straßenkämpfen ins Sportstadion von Freetown geflüchtet hatten: Medikamente, Lebensmittel, Bekleidung, Decken und Zelte wurden verteilt. Nach der friedlich verlaufenen Wiederwahl von Staatspräsident Ahmed Kabbah im Mai 2002 kehrt Sierra Leone nun langsam wieder zu einem normalen Leben zurück. Trotz der schwierigen Situation während der vergangenen Jahre genoss die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Sierra Leone immer großes Ansehen, was die Umbenennung der "Lumley Beach Road" in Freetown in "Hermann Gmeiner Avenue" im Januar 1997 zum Ausdruck brachte. Der bereits 1974 gegründete SOS-Kinderdorf-Verein Sierra Leone konnte während der Kriegsjahre ab 1992 nicht mehr agieren, weshalb er in den Jahren 2000 bis 2002 reaktiviert und im September 2002 neu gegründet wurde.
 
Um der schlechten Versorgung vieler Kinder im besonders im Zentrum des Landes entgegenzusteuern wurde in den folgenden Jahren die Planung eines dritten SOS-Kinderdorfes in Sierra Leone angegangen. So konnte in 2006 das SOS-Kinderdorf in Makeni erbaut werden, das seinen Betrieb im Sommer 2007 aufnahm. Es umfasst auch einen Kindergarten und eine Hermann Gmeiner Grundschule.
 
Zurzeit gibt es in Sierra Leone drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und fünf SOS-Sozialzentren.

Website von SOS-Kinderdorf Sierra Leone
(verfügbar auf Englisch)

Länderinformation über Sierra Leone
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