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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Simbabwe Bindura Dorfgeschichten Cordelias Kampf für Gerechtigkeit

Cordelias Kampf für Gerechtigkeit 

Cordelia wollte ihre Kappe auch im Klassenzimmer nicht abnehmen. Als die Lehrerin sie deswegen ermahnte, duckte sich das Mädchen nur um so tiefer unter ihrer breiten Krempe. Verärgert trat die Lehrerin näher...               


Cordelia wurde Entsetzliches angetan, heute ist sie in Sicherheit. Zu ihrem Schutz zeigt das Foto ein anderes Kind.Cordelia wurde Entsetzliches angetan, heute ist sie in Sicherheit. Zu ihrem Schutz zeigt das Foto ein anderes Kind....und sah Cordelias zerschlagenes Gesicht. Auch Arme, Rücken und Bauch waren übersät von Blutergüssen und Hautabschürfungen. Spuren von Kindesmisshandlung, die die Schuluniform nicht verbergen konnte. Die Lehrerin sah nicht weg. Sie wandte sich an das SOS-Sozialzentrum Bindura / Simbabwe, das durch Aufklärung und Rechtsberatung gegen Gewalt in den Familien kämpft.
In der Schule in Bindura wurde eine Lehrerin auf Cordelias Verletzungen aufmerksam.In der Schule in Bindura wurde eine Lehrerin auf Cordelias Verletzungen aufmerksam.Es ist eine traurige Geschichte, die Cordelia erst dem SOS-Sozialarbeiter Luka Kashiri und schließlich dem Ermittlungsrichter erzählte: Cordelias Vater starb, als das Mädchen ein Jahr alt war. Die Mutter blieb damals in Banket, einer Stadt nahe Harare, während die Großfamilie des Vaters Cordelia zu sich nach Bindura holte. Dort wuchs sie bei einem Onkel auf.

Als Cordelia sieben Jahre alt war, wurde sie Opfer eines entsetzlichen Verbrechens: Sie wurde von zwei Männern auf dem Schulweg vergewaltigt. Zuhause wurde das geschundene Mädchen dann von ihrem Onkel verprügelt - sei es, weil ihre Kleider zerrissen waren, sei es, weil sie nicht aufhören wollte zu weinen. Seit diesem Tag, so erzählt Cordelia, prügelte ihr Onkel sie immer wieder. In seiner Not wandte sich das Mädchen Hilfe suchend an die Polizeistation, doch die Beamten schickten es wieder nach Hause.

"Ich will zurück zu meiner Mutter!"

Unter der Kappe ihrer Schuluniform wollte Cordelia ihr zerschundenes Gesicht verbergen. Unter der Kappe ihrer Schuluniform wollte Cordelia ihr zerschundenes Gesicht verbergen. Niemand half dem Kind, auch Verwandte oder Nachbarn sahen und hörten weg. Zwei Jahre lang kümmerte sich niemand um Cordelias Verletzungen und Schreie. Hilfe kam erst, als ein neues Schuljahr begann. Cordelias neue Lehrerin begleitete das misshandelte Mädchen zum SOS-Sozialzentrum Bindura, wo sie kurz zuvor eine der Informationsveranstaltungen zu Kindesmissbrauch und -misshandlung besucht hatte, die dort regelmäßig stattfinden. Ein Rechtsanwalt, der im Sozialzentrum bedürftigen Familien kostenlose Rechtsberatung gibt, nahm sich Cordelias Fall an. Er ließ ein ärztliches Gutachten einholen, um die Misshandlungen zu dokumentieren, und erstattete Anzeige.

In guten Händen

Das SOS-Sozialzentrum erwirkte außerdem eine einstweilige Verfügung, so dass Cordelia bis zur Gerichtsverhandlung im SOS-Kinderdorf Bindura bleiben konnte. Dort begann das traumatisierte Mädchen ruhiger und selbstbewusster zu werden. Es mussten Wochen vergehen, bis es in der Lage war, diesen Satz zu sprechen: "Ich gehe nicht zurück zu meinem Onkel, ich will zurück zu meiner Mutter!"

SOS-Mitarbeitern gelang es, Cordelias Mutter in Banket ausfindig zu machen. Doch sie hatte erneut geheiratet, und ihr zweiter Mann wollte das Mädchen nicht bei sich aufnehmen. Cordelias Mutter sorgte jedoch dafür, dass ihr Kind bei der Großmutter unterkommen konnte, und sagte zu, sich um ihre Tochter zu kümmern. Gleichzeitig sprach das Gericht Cordelias Onkel das Sorgerecht ab.

SOS-Sozialarbeiter Luka Kashiri nahm Kontakt mit dem Sozialamt auf, so dass sichergestellt ist, dass die Großmutter für Cordelia sorgen kann. Außerdem veranlasste er, dass Cordelia in der örtlichen Schule angemeldet wurde. Am Ende war Luka Kashiri beruhigt: "Cordelia kann jetzt zu der Familie ihrer Mutter zurückkehren. Sie ist dort in guten Händen."

Name zum Schutz des Kindes geändert

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