Bulawayo, die zweitgrößte Stadt Simbabwes, liegt in der Provinz Matabeleland im Südwesten des Landes nahe der Grenze zu Botswana, direkt am Fluss Matsheumhlope. Für das Stadtbild charakteristisch sind die breiten, von Bäumen gesäumten Strassen und die vielen noch erhaltenen viktorianischen Häuser. Das SOS-Kinderdorf profitiert von der Infrastruktur der Stadt: Märkte und Sekundarschulen sind leicht erreichbar und im Bedarfsfall können die Kinder in den zwei großen Krankenhäusern der Stadt medizinisch betreut werden. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 10. September 1996 im Beisein von Vertretern der Regierung Simbabwes und zahlreichen anderen Ehrengästen statt.
Das SOS-Kinderdorf Bulawayo umfasst fünfzehn Familienhäuser, ein Haus für den Dorfleiter, einen Verwaltungs- und Servicebereich sowie Personalwohnungen. Außerdem verfügt das SOS-Kinderdorf über Gemüsegärten für die einzelnen Familien. Bis zu 180 Kindern können in den fünfzehn Familienhäusern ein neues Zuhause finden und werden dort von ihren SOS-Kinderdorf-Müttern liebevoll betreut.
In den fünf Gruppenräumen des SOS-Kindergartens können bis zu 150 Kinder betreut werden und es steht ihnen auch ein Spielplatz zur Verfügung. Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und die Kinder aus Nachbarschaft besuchen den SOS-Kindergarten gemeinsam, was entscheidend zu ihrer Integration und zu gegenseitigem Verständnis beträgt. Seit 1995 ist auch eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule in Betrieb. Die Grundschule hat Platz für bis zu 760 Schüler und besteht aus 23 Klassenräumen, einer Bibliothek, einer Mehrzweckhalle, Computerräumen, einem Verwaltungsgebäude und einem Sportplatz. Um den Bedürfnissen der steigenden Anzahl an Jugendlichen, die bereits dem SOS-Kinderdorf entwachsen waren, gerecht zu werden, wurde 2000 eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet. Dort können bis zu 80 Jugendliche während ihrer Berufsausbildung oder höheren Schulbildung wohnen und sich auf ein unabhängiges Leben vorbereiten.
Seit 2003 werden Familienförderprogramme koordiniert, die darauf abzielen, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an. Im Rahmen dieser Programme werden jährlich rund 2.500 Kinder mit Nahrungsmitteln versorgt, sie erhalten Beratung und psychosoziale Unterstützung; weiters werden Schulgebühren übernommen und die medizinische Grundversorgung sichergestellt. Zudem werden von HIV/AIDS betroffene Familien bei der Verbesserung ihrer Wohnsituation unterstützt. In erster Linie werden Kinder unterstützt, die beide Elternteile verloren haben und nun bei Großeltern, älteren Geschwistern oder anderen Verwandten leben, sowie solche, deren Eltern schwer krank sind.