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Länderinformation über Sudan 

Landschaft
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Geschichte/Politik
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Kultur

Landschaft


Der Sudan kann in drei geographische Regionen geteilt werden: die Wüste im Norden des Landes, die etwa 30% der Landesfläche bedeckt, die halbwüstenähnliche Sahelzone im Zentrum sowie die Überschwemmungs- und Sumpflandschaft des Sudd mit den Sumpfwäldern im äußersten Süden des Landes. Wichtigster Fluss des Sudan ist der Nil, der bei Khartum aus dem Zusammenfluss von Weißem Nil und Blauem Nil entsteht. Im Nordwesten hat der Sudan Anteil an der Libyschen Wüste, im Nordosten an der Nubischen Wüste. Das zentrale Flachland ist von einigen Bergen umgeben wie etwa den Red Sea Hills im Osten, dem Djebel Marra im Westen und den Imatong-Bergen im Süden. Der höchste Berg des Sudan ist der Kinyeti im Südosten des Landes mit 3187 m.

Klima


Der Sudan weist tropisches Klima mit großen Temperaturschwankungen in den Wüstengebieten auf, hier liegen die Temperaturen oft bei 0°C nachts und 40°C tagsüber, Regen fällt selten, es kommt daher zu Dürreperioden und Hungersnöten. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen bei etwa 27°C bis 29°C, heißer ist es im Süden des Landes, wo der Niederschlag 1000 mm im Jahresschnitt erreicht. Im Sommer wehen unangenehme Staub- und Sandstürme, Habubs genannt, über das Land.

Fauna/Flora


Im Norden des Landes überwiegt Wüstenvegetation, während in großen Teilen des Südens Savannen vorherrschen. Hier sowie entlang der Flussläufe finden sich auch die wichtigsten Waldgebiete, in denen verschiedene Baumarten wie Akazien, Affenbrot-, Mahagoni- und Kautschukbäume sowie Papyrus und Rizinus-Pflanzen gedeihen. Auch die Fauna des Landes konzentriert sich vornehmlich auf den Süden und umfasst unter anderem Krokodile, Nilpferde, Giraffen, Leoparden, verschiedene Affenarten, Zugvögel, Reptilien und Insekten wie die Tsetsefliege.

Geschichte/Politik


Über die frühe Geschichte des Sudan ist nur wenig bekannt, man weiß aber, dass die Region bis zum Niedergang Ägyptens im 8. Jahrhundert vor Christus ägyptische Provinz war und danach die so genannten "Wasserfall-Königreiche" Nobatia, Dongola und Alodia gegründet wurden, die mehr als 2000 Jahre lang bestanden. Die Königreiche Dongola und Alodia wurden zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert von den Mamelukken zerstört. Daraufhin wurde das islamische Königreich von Sennar errichtet, das 1820 in das Osmanische Reich eingegliedert wurde. In den darauf folgenden Jahrzehnten eroberten und vereinten die Ägypter das Gebiet, tief greifende politische und religiöse Spannungen waren die Folge.

1881 erklärte sich Muhammad Ahmad zum Mahdi (Messias und Erneuerer des Islam) und erhob sich gegen Ägypten. Er bezwang die ägyptische Armee im November 1883 und im Januar 1885, nahm Khartum ein und rief dort die erste Nationalregierung aus. Auf Ahmad folgte Abdallah al-Taaishi, der 1898 einem gemeinsamen militärischen Vorstoß Ägyptens, Großbritanniens und Frankreichs unterlag. Im Januar 1899 unterzeichneten Großbritannien und Ägypten ein Abkommen, in dem der Sudan zum britisch-ägyptischen Kondominium erklärt wurde, das wie eine britische Kolonie verwaltet wurde.


In den folgenden Jahrzehnten forderte die sudanesische Bevölkerung vergeblich die Beendigung der britischen Vorherrschaft, 1936 wurde das Abkommen von 1899 schlussendlich von Ägypten und Großbritannien nochmals bestätigt. Angesichts der ägyptischen Bestrebungen, den Sudan zu annektieren, ging Großbritannien zur so genannten "Closed-districts"-Politik über und verhinderte jeglichen Kontakt zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil des Sudan. Nach langwierigen Verhandlungen und mehreren politischen Versuchen errang der Sudan am 1. Januar 1956 seine Unabhängigkeit und ein rein sudanesisches Parlament wurde gewählt. 1958 unternahm Ibrahim Abbud einen Staatsstreich und ernannte sich zum Premierminister des Landes.

1964 wurde er von Truppen aus dem Süden des Landes gestürzt, die mehr Einflussnahme auf das politische Geschehen anstrebten. 1969 brachte ein neuerlicher Putsch General Gaafar al-Nimeiry an die Macht, der nach der Wiederherstellung der Ordnung im Land zum ersten Präsidenten des Sudan wurde. 1983 wurde er zum dritten Mal bei Wahlen im Amt bestätigt und ergriff diverse Maßnahmen wie die Einführung der Scharia, des islamischen Gesetzes, im gesamten Sudan. Dies löste im Süden heftige Proteste und die Reaktivierung der Rebellenbewegung aus und führte zu einem bewaffneten Konflikt. 1985 wurde Nimeiry von Sadiq al Mahdi gestürzt, welcher seinerseits von Omar Ahmad al-Bashir entmachtet wurde. Trotz dessen Bemühungen war aber auch das folgende Jahrzehnt von bewaffneten Konflikten und Hungersnöten geprägt, so dass er 2001 den Ausnahmezustand verhängen musste. Im Jahre 2002 begannen Friedensgespräche, und im Jänner 2005 schloss die Regierung schließlich einen Friedensvertrag mit der Sudan People’s Liberation Army (SPLA).

Wirtschaft


Die Wirtschaft des Landes ist durch anhaltende Bürgerkriege, chronische politische Instabilität, ungünstige Wetterverhältnisse, hohe Auslandsverschuldung und kontraproduktive Wirtschaftspolitik geschwächt. Die Wirtschaft stützt sich vornehmlich auf die Landwirtschaft, die sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export betrieben wird. Hauptanbauprodukte sind Baumwolle, Erdnüsse, Zuckerrohr und Sesam. Die Industrie beschränkt sich im Wesentlichen auf die Verarbeitung von Agrarprodukten sowie die Erzeugung von Textilien und Chemikalien. Etwa 80% der erwerbstätigen Bevölkerung des Landes sind in der Landwirtschaft beschäftigt. 2003 lag die Inflationsrate durchschnittlich bei 10,3%, die Arbeitslosigkeit erreichte 18,7%.

Kultur


Die Bevölkerung des Nordens lebt nach den Geboten des Islam und kleidet sich konservativ, die Männer tragen die Galabiyya - eine lange Toga - und Turban, Körper und Kopf der Frauen sind in die aus feinen Stoffen gewebte Tobe gehüllt, die über der Toga getragen wird. Eine gemeinsame Tradition der afrikanischen und arabischen Bevölkerung beiderlei Geschlechts sind Schmucknarben im Gesicht, deren Bedeutung von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich ist. Zu den muslimischen Feiertagen zählen unter anderem der Geburtstag des Propheten Mohammed, das islamische Neujahr und das Ende des Fastenmonats Ramadan.



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