Hauptstadt: Khartum
Fläche: 2.505.813 km²
Bevölkerungszahl: 40,2 Millionen (Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Afrikaner, Araber, Beja
Amtssprache(n): Arabisch
Religion(en): sunnitische Islam, Anhänger traditioneller Religionen und Christen
Währung: 1 Sudanesischer Dinar = 100 Piaster
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im August 1975 wurden die ersten Verhandlungen mit der sudanesischen Regierung über die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes im Sudan aufgenommen. Eine Feldstudie ergab, dass die Hauptstadt Khartum der geeignetste Standort für die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes sei. Der Baubeginn erfolgte noch im November desselben Jahres. 1978 konnten sowohl das SOS-Kinderdorf als auch der angeschlossene SOS-Kindergarten ihrer Bestimmung übergeben werden.1982 wurde in Suba, etwa 20 Minuten vom SOS-Kinderdorf Khartum entfernt, Sudans erste SOS-Hermann-Gmeiner-Schule eröffnet. Das erste SOS-Jugendhaus ging 1984 in Arkaweet, unweit des SOS-Kinderdorfes, in Betrieb. Um SOS-Jugendlichen eine fundierte landwirtschaftliche und kaufmännische Ausbildung zu ermöglichen, wurde 1989 eine Farm am Blauen Nil angekauft. SOS-Jugendliche bewirtschaften die Farm, die Produkte werden vermarktet.
1995, im Internationalen Jahr der Familie, wurde der Grundstein für den Bau eines Brunnens im Distrikt El Salama (ca. zehn Minuten Fahrt südlich vom SOS-Kinderdorf Khartum) gelegt. Das Projekt besteht aus einem Tiefbrunnen mit Wasserpumpe und Wassertank und ist für die Wasserversorgung von etwa 25.000 Familien ausgelegt.
Der seit 1955 andauernde Bürgerkrieg hatte auf die Lebensbedingungen der Kinder im Sudan verheerende Auswirkungen. Die Bevölkerung führte vor allem im Süden des Landes ein Leben in ständiger Angst und voller Entbehrungen. Angesichts dieser Situation fand Ende 1996 ein Treffen mit dem Vizepräsidenten des Sudan statt, um die Errichtung eines zweiten SOS-Kinderdorfs im Südsudan zu erörtern. SOS-Kinderdorf International erhielt hierauf ein Grundstück in Malakal (am Oberlauf des Nils), das SOS-Kinderdorf Malakal nahm seinen Betrieb Anfang 2002 auf.
Aufgrund der verheerenden Auswirkungen des Bürgerkrieges beschloss SOS-Kinderdorf im September 1998, im Sudan mit einem SOS-Nothilfeprogramm aktiv zu werden. In der Region um die Stadt Wau wurden sechs Ausspeisungszentren für insgesamt mehr als 2.300 Menschen sowie das SOS-Kinderdorf-Camp Nazareth eingerichtet, das 330 Menschen Schutz und medizinische Betreuung bot. Das SOS-Nothilfeprogramm wurde im März 1999 beendet, nachdem das vorrangigstes Ziel, Kinder und Familien, die Opfer des Krieges geworden waren, bestmöglich zu unterstützen, abgeschlossen war.
Zur Zeit gibt es im Sudan zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, einen SOS-Kindergarten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und ein SOS-Berufsbildungszentrum (Farm).