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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Tansania

Länderinformation über Tansania 

Landschaft
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Geschichte/ Politik
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Kultur

Landschaft


Das Festland Tansanias (genannt Tanganjika) ist entlang der Küste überwiegend flach, den größten Teil des Landes nimmt aber eine zumeist aus Halbwüsten und Savannen bestehende Hochebene mit einer mittleren Höhe zwischen 1000 und 1500 m ein. Das Great Rift Valley teilt das Land von Norden nach Süden in zwei Großräume. Der erloschene Vulkan Kilimandscharo, mit 5.895 m der höchste Berg Afrikas, erhebt sich im Nordosten des Landes nahe der Grenze zu Kenia. Drei der großen Seen Afrikas, der Tanganjikasee, der Malawisee und der Victoriasee, liegen in den Grenzregionen Tansanias.

Klima


Durch die Höhenlage des Landes ist das Klima gemäßigter als in anderen Ländern gleichen Breitengrades, nur im Landesinneren Tansanias ist es sehr heiß. Die Küstenstriche entlang des Indischen Ozeans sowie die beiden vorgelagerten Inseln Sansibar und Pemba haben heißes, feuchtes Klima, das nur durch Meereswinde gemildert wird. In den Bergen im Nordosten herrschen das ganze Jahr hindurch ausgeglichene Temperaturen. Während der langen Regenzeit von März bis Mai gibt es täglich Regenschauer, eine kürzere, weniger starke Regenzeit gibt es in der Zeit zwischen November und Januar.

Fauna/Flora


In der Tierwelt Tansanias findet man nahezu alle großen Säuger Afrikas, insbesondere Antilopen, Zebras, Elefanten, Flusspferde, Nashörner, Giraffen, Löwen, Leoparden, Geparden und Affen. Es gibt eine Reihe von Tierreservaten und Nationalparks, darunter den berühmten Serengeti-Nationalpark. Geschützte Gebiete sind auch das Selous-Wildreservat im Südosten sowie die Nationalparks Ruaha und Ngorongoro. Letzterer liegt in dem ausgedehnten Krater eines erloschenen Vulkans und stellt einen einzigartigen Lebensraum für wild lebende Tiere dar. Zu den wichtigsten Reichtümern Tansanias zählen die Wälder, die rund 30 % der Landesfläche bedecken.

Geschichte/ Politik


In Tansania wurden die ältesten Zeugnisse menschlichen Lebens gefunden, jedoch liegt die Geschichte des Landes bis zum 7. Jahrhundert größtenteils im Dunkeln. Zwischen 696 und 1550 kam in der Region die Kultur der Zandj zur Hochblüte, die von den Portugiesen zerstört wurde. Diese begannen sich bereits Anfang des 15. Jahrhunderts entlang der afrikanischen Ostküste niederzulassen und gelangten in der Folge auch nach Sansibar.

Die Portugiesen wurden ab dem 18. Jahrhundert immer mehr von Arabern aus dem Oman verdrängt, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts in jene unwirtlichen Gebiete des Landesinneren vordrangen, die von den damals gefürchteten Massai bewohnt waren, und den Sklavenhandel ausbauten.

Europäische Entdecker erreichten erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Land, die bekanntesten unter ihnen waren Stanley und Livingstone. Zu Beginn des 20 Jahrhunderts wurde Tansania deutsche Kolonie, und im mittlerweile schon erforschten Inland wurde ein Eisenbahnnetz aufgebaut, um den Transport verschiedenster Waren zu erleichtern.

Nach dem 1. Weltkrieg verlor Deutschland seine Kolonien, und der Völkerbund sprach Tansania den Briten zu, die bereits ein Protektorat über die Insel Sansibar errichtet hatten. Unter Julius Nyerere formierte sich 1954 schließlich die Partei der Afrikanischen Nationalunion Tanganjikas, deren Bemühungen um die Unabhängigkeit des Landes 1961 in der Ausrufung des selbstständigen Staates Tansania mündeten. Nyerere führte verstärkt Verstaatlichungen durch und versuchte, mit diesem System dem kaum industrialisierten Land besser organisierte Einkommensquellen zu erschließen.

Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts schlossen sich Tansania, Kenia und Uganda zu einer Wirtschaftgemeinschaft zusammen, die den drei Ländern wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Politische Unstimmigkeiten führten 1977 zur Auflösung der Gemeinschaft, und Tansania sah sich vor große wirtschaftliche Probleme gestellt.

1985 gewann Ali Hassan Mwinyi die Präsidentschaftswahlen und begann mit der Umsetzung eines Programms zur Ankurbelung der Wirtschaft. Zu Beginn der neunziger Jahre führte die Vereinigung mit der Insel Sansibar zu Unruhen, da islamische Parteien auf der Insel immer mehr an Stärke gewannen. Der Bürgerkrieg in Ruanda (1990-94) löste eine Flüchtlingswelle nach Tansania aus, die humanitäre Probleme mit sich brachte.

1996 sah sich Tansania gezwungen, die Flüchtlinge wieder über die Grenze zu bringen. 1995 wurde William Mkapa zum Präsidenten gewählt und 1998 im Amt bestätigt. Aufgrund angeblichen Wahlbetrugs kam es in Sansibar zu Protesten, die 30 Todesopfer forderten und Neuwahlen in zwei Bezirken nötig machten. 2000 gewann Mkapa erneut die Wahlen, und im Jahr darauf schlossen die beiden wichtigsten Streitparteien in Sansibar einen Vertrag, mit dem die politischen Konflikte ausgeräumt werden konnten. Im Jahre 2001 gründeten die Präsidenten von Tansania, Kenia und Uganda ein regionales Parlament für Ostafrika und einen gemeinsamen Gerichtshof, 2004 wurde eine Zollunion errichtet. Im Dezember desselben Jahres forderte die von einem Seebeben ausgelöste Flutwelle, die Teile des südlichen Asien verwüstete, in Tansania 10 Todesopfer.

Wirtschaft


Tansania ist eines der ärmsten Länder der Erde. Die Wirtschaft hängt zu einem großen Teil von den Erträgen der Landwirtschaft ab, mit der 56% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet werden, 85% aller Exporte getätigt werden und in der 90% der arbeitenden Bevölkerung Beschäftigung finden. Mangelnde Niederschläge erschweren den Anbau der meisten Feldfrüchte, nur 4% der Landesfläche können regelmäßig bebaut werden. Die Industrie trägt lediglich 15% zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschränkt sich vor allem auf die Verarbeitung von Rohstoffen und die Herstellung bestimmter Konsumgüter. Tansania ist reich an Diamanten, außerdem werden Gold und Steinsalz abgebaut. Im Süden gibt es große Vorkommen von Steinkohle und Eisenerz, die aber nur in geringem Maß abgebaut werden. Im Gebiet um die Insel Songo Songo südöstlich von Daressalam wurde Erdgas gefunden. 2003 lag die Inflationsrate durchschnittlich bei 4,6%.

Kultur


Musik aus Tansania ist in Ostafrika sehr beliebt. Sie wird dominiert von einprägsamen Rhythmen und leicht nachzusingenden Texten, die Musikszene wird durch einige beliebte Tanzgruppen belebt. Remmy Ongala ist der bekannteste Sänger des Landes. Sansibar wiederum ist bekannt für seine Tradition von vertonten Gedichten, deren bekannteste Interpretin Siti bint Saad war.



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