Hauptstadt: Tunis
Fläche: 163.610 km²
Bevölkerungszahl: 10,1 Millionen (Schätzung Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Araber,
Amtssprache(n): Arabisch
Religion(en): Islam
Währung: 1 Tunesischer Dinar = 1.000 Millimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1981 konnte ein Abkommen zwischen der tunesischen Regierung, vertreten durch das Ministerium für Jugend und Sport und SOS-Kinderdorf International, vertreten durch Hermann Gmeiner selbst unterschrieben werden. Noch im selben Jahr fand die Gründung eines nationalen Vereins als Rechtsträger der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Tunesien statt. Der Bau von zwei SOS-Kinderdörfern wurde im gleichen Jahr begonnen, die ersten Kinder besiedelten 1983 ihre SOS-Kinderdörfer in Siliana, im Nordwesten Tunesiens und in Gammarth, nördlich der Hauptstadt Tunis.
Die zur selben Zeit am Kinderdorfgelände errichteten Kindergärten stehen auch den Kindern aus der Umgebung zur Verfügung. Für die den Kinderdörfern entwachsenen SOS-Jugendlichen wird seit 1989 in eigens dafür geschaffenen Jugendeinrichtungen gesorgt, wo sie lernen auf eigenen Beinen zu stehen und auf ein Leben in Unabhängigkeit vorbereitet werden. Der guten Zusammenarbeit mit der tunesischen Regierung und dem Engagement der Gattin des amtierenden Präsidenten der Republik Tunesien, Frau Leila Ben Ali, ist es zu verdanken, dass 1992 zusätzlich eine Bibliothek und ein Kinderclub in Gammarth ins Leben gerufen wurde.
Im Jahr 2000 wurde das dritte SOS-Kinderdorf mit Kindergarten in Mahrès, einer Ortschaft an der Mittelmeerküste südlich der Stadt Sfax, in Betrieb genommen.
Seit Anfang 2006 wird an allen drei SOS-Kinderdorf Standorten ein Familienstärkungsprogramm durchgeführt. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Tunesien direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Aufgrund der großen Nachfrage nach langfristiger familienähnlicher Betreuung, wurden die zwei SOS-Kinderdörfer Gammarth und Mahrès um ein bzw. drei Familienhäuser erweitert. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 2007 beendet.
Zurzeit gibt es in Tunesien drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, vier SOS-Sozialzentren (Familienstärkung) und ein Mütter- und Mitarbeiteraus-bildungszentrum. Eine SOS-Jugendeinrichtung ist in Bau und ein viertes SOS-Kinderdorf in Akouda ist in Planung.
Website von SOS-Kinderdorf Tunesien
(verfügbar auf Französisch)