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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Zentralafrikanische Republik

Länderinformation über die Zentralafrikanische  Republik 

Landschaft
Klima
Fauna/Flora
Geschichte/Politik
Wirtschaft
Kultur

Landschaft


Die Zentralafrikanische Republik liegt am Nordrand des Kongobeckens. Der größte Teil des Landes besteht aus einer Hochebene, die ca. 600 m über dem Meeresspiegel liegt. Während der Süden von üppigen tropischen Wäldern bedeckt ist, wird das Klima gegen Norden hin zunehmend trockener, die Vegetation geht in Savanne über bis schließlich ganz im Norden die Sahelzone beginnt.

Das Bongo Massiv an der Grenze zum Sudan, erhebt sich bis zu einer Höhe von 1330 m, im Yade Massiv entlang der Grenze zu Kamerun liegt der Ngaoui, mit 1420 m höchster Punkt des Landes. Die zwei größten Flüsse der Zentralafrikanischen Republik sind der Schari im Norden und dem Ubangi (ein Nebenfluss des Kongo) im Süden.

Klima


Die höchsten Temperaturen werden im Norden erreicht, wo die Quecksilbersäule zwischen Februar und Mai bis zu 40°C klettern kann, auch die Luftfeuchtigkeit ist in diesem Zeitraum extrem hoch. Die Regenzeit erstreckt sich hier nur über vier Monate, Juni bis September, während sie im Süden des Landes sechs Monate, von Mai bis Oktober, dauert.

Fauna/Flora


Die Zentralafrikanische Republik ist bekannt für ihre Waldelefanten, die im Vergleich zu anderen afrikanischen Elefanten ein wenig kleiner sind und weniger stark gebogene Stoßzähne haben. 10% des Landes wurden mittlerweile zu Schutzzonen erklärt, wie z.B. der Bamingui-Bangoran National Park im Nordosten, der St. Floris Nationalpark, der Dzanga-Ndoki Nationalpark und das Dzanga-Sangha Reservat im Süden des Landes.

Geschichte/Politik


Um 1600 war Sklaverei weit verbreitet und unzählige Dörfer im Landesinneren wurden von arabischen Eroberern (aus dem Tschad und Sudan) und europäischen Händlern auf der Jagd nach Sklaven überfallen. Im Norden des Landes wurden ganze Dörfer entvölkert, und die Bewohner bis in das 19. Jh. in Kairo auf Märkten verkauft. Aus diesem Grund ist die Zentralafrikanische Republik auch eines der am dünnsten besiedelten Länder in Afrika.

Nachdem in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Franzosen das Gebiet annektiert und dieses 1894 zum Schutzgebiet erklärt hatten, wurde die Kolonie 1910 Teil der Föderation Französisch-Äquatorialafrika. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde aber von Europa bestimmt, was zur Ausbeutung der Afrikaner führte, die sich 1920 in einer Revolte gegen die Unterdrücker auflehnten. Die Widerstandsbewegung wurde durch Hunger und eine Pockenepidemie geschwächt und in der Folge von französischen Truppen niedergeschlagen.

Während des 2. Weltkriegs erreichten Diamanten- und Baumwollexporte Rekordhöhen, und die Kolonie wurde begehrtes Ziel von Glücksrittern. 1949 gründete Barthelemy Boganda die erste politische Partei von Einheimischen, die "Bewegung für die soziale Entwicklung Schwarzafrikas" (MESAN), die für die Unabhängigkeit des Landes kämpfte.

1959 kam er bei einem bis heute ungeklärten Flugzeugabsturz ums Leben. Sein Nachfolger, David Dacko, wurde zum ersten Präsidenten des Landes gewählt, 1966 aber von Jean-Bédel Bokassa, dem Armee-Chef, gestürzt. Bokassa ließ sich 1977 zu Kaiser Bokassa I. krönen, Korruption und politische Unterdrückung führten 1979 zu einem Volksaufstand und Bokassa mußte ins Exil flüchten.

1979 wurde erneut die Republik ausgerufen, Korruption bestimmte jedoch weiterhin das politische Leben und führte im September 1981 zu einem weiteren Putsch unter General Kolingba, der die Verfassung vorübergehend außer Kraft setzte. Das Militärkomitee für den Nationalen Wiederaufbau übernahm die Regierungsgewalt. 1986 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die das Einparteiensystem vorsah, 1992 mußte Kolingba jedoch ein demokratisches Mehrparteiensystem einführen. Erste freie Wahlen wurden durchgeführt, ihr Ergebnis jedoch für nichtig erklärt.

Im Mai 1993 wurde eine Übergangsregierung eingesetzt und zwei Monate später Ange Patessé in das Präsidentenamt gewählt. Unter Patessé kam es immer wieder zu bewaffneten Aufständen, so dass die UNO 1998 ein Friedenskorps in die Zentralafrikanische Republik entsandte. Die Konflikte zwischen Regierung und Opposition dauerten jedoch weiter an, bis 2003 der Oppositionsführer François Bozizé mit einem Militärputsch die Macht übernahm. Von 2004 ab wurden mittels Informationskampagnen freie Wahlen vorbereitet, welche 2005 stattfanden und Bozizé in seinem Amt als Präsident bestätigten.

Wirtschaft


Mehr als 70% der Zentralafrikaner sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Der Export von Nutzholz macht 16% aller Exporte des Landes aus, 54% entfällt auf die Diamantenindustrie. Die Entwicklung der Wirtschaft wird vor allem durch das unzureichende Straßennetz gehemmt. Die Binnenlage des Landes, ungelernte Arbeitskräfte und das Erbe von fehlgeleiteten Wirtschaftsmaßnahmen der verschiedenen Diktaturen erschweren zusätzlich die Situation.

Die 100%ige Abwertung der Währungen von 14 frankophonen afrikanischen Ländern im Jahr 1994 hatte starke Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. Diamanten-, Nutzholz-, Kaffee- und Baumwollexporte stiegen noch im selben Jahr auf geschätzte 7% des Bruttoinlandsprodukts und 1995 um weitere fast 5%. Im Jahr darauf wurden diese Erfolge aber durch Unruhen im Land wieder zunichte gemacht, die unsichere politische Situation trug auch in den folgenden Jahren die Hauptschuld an der schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes. 2003 lag die Inflation bei 4,2%, während die Arbeitslosenquote 8% erreichte.

Kultur


Der Musik wird in der Zentralafrikanischen Republik eine zentrale Bedeutung beigemessen. Jede Volksgruppe hat einen eigenen musikalischen Stil entwickelt und spielt andere, typische Instrumente. Bei bestimmten Anlässen werden besondere Trommelrhythmen geschlagen.

Die wichtigsten Instrumente sind das Holzxylophon, das aus zwei Bananenbaumstämmen besteht und mit Holzstäben gespielt wird. Das Sanza oder Fingerklavier, besteht aus einem Klangkörper aus Holz, hat Bambus oder Metalltasten und wird mit den Fingern gespielt. Die im Regenwald beheimateten Pygmäen haben auch ihre eigene Musik und Instrumente, die man bei traditionellen Anlässen hören kann.



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