Das SOS-Kinderdorf Oberá liegt am Rande der gleichnamigen Stadt, 1200 Kilometer nördlich von Buenos Aires an der paraguayischen Grenze, in einer recht hügeligen Gegend mit subtropischem Klima. Neben den 11 Familienhäusern, die insgesamt bis zu 108 Kindern ein neues Zuhause bieten können, verfügt das SOS-Kinderdorf auch über ein Haus für den Dorfleiter, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Verwaltungsgebäude mit Büros, eine Sporthalle und einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb für Ackerbau und Viehzucht.
Ebenfalls zur Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes Oberá zählt ein SOS-Kindergarten, der 1992 in Betrieb genommen wurde und Platz und Betreuung für bis zu 180 Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und der Nachbarschaft bietet. Der SOS-Kindergarten umfasst drei Klassenräume für Kindergarten- und Vorschulunterricht.
Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule öffnete ebenfalls 1992 ihre Pforten und besteht aus einer Grundschule für bis zu 631 Kinder sowie einer Sekundarschule mit Berufsbildendem Zweig, die bis zu 151 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bietet. So wie der SOS-Kindergarten, steht auch die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule der Öffentlichkeit zur Verfügung und wird von den Eltern aus der Nachbarschaft gerne als Ausbildungsstätte für ihre Kinder in Anspruch genommen. Die Schule besteht aus 15 Klassenräumen, einem Labor für den Chemie- und Physikunterricht, einem Werkraum für Keramik und Kunsthandwerk, Werkstätten für Elektrik, Tischlerei und Schneiderei, Räumlichkeiten für Computerausbildungen, einer Küche, einem Speisesaal sowie einer kleinen Bäckerei mit Gratisbrotausgabe an bedürftige Familien aus der Nachbarschaft. Abends werden an der Schule Kurse in der Erwachsenenbildung veranstaltet.
Für die Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf wurde in der Provinzhauptstadt Posadas eine SOS-Jugendeinrichtung geschaffen, in der bis zu neun Jugendliche während ihrer höheren Schul- oder Berufsausbildung untergebracht sind und so langsam an ein Leben in Unabhängigkeit vorbereitet werden.