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Länderinformation über Bolivien 

Landschaft
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Geschichte/Politik
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Kultur

Landschaft


Bolivien ist ein Andenland, das Hochgebirge erstreckt sich von Norden nach Süden im westlichen Teil des Landes. Im Westen, an der Grenze zu Chile, liegt die Westkordillere (Cordillera Occidental), im Nordosten die Ostkordillere (Cordillera Real), das Kernstück der Anden. Beide umgrenzen das Bolivianische Hochland.

In der Cordillera Real erreichen die Anden mit dem Illimani (6.882 m) und dem Illampu (6.550 m) ihre größten Höhen. Bolivien setzt sich aus unterschiedlichen Regionen zusammen: dem Altiplano (Bolivianisches Hochland), den Yungas, einer stark bewaldeten Region des östlichen Bolivianischen Berglandes, sowie den im Osten gelegenen Llanos (Tiefland).

Der bolivianische Teil des auf 3.600 bis 4.000 m gelegenen Altiplano ist etwa 800 km lang und 130 km breit und liegt zwischen der Cordillera Occidental und der Cordillera Real. Im Westen Boliviens an der Grenze zu Peru liegt der Titicacasee, höchster schiffbarer See der Welt und größter See Südamerikas.

Klima


Obwohl Bolivien in den Tropen liegt, bedingen die großen Höhenunterschiede des Landes ein unterschiedliches Klima. In den höher gelegenen Regionen ist das Klima kalt und trocken, im Altiplano und Tiefland herrscht ein feuchtheißes bis trockenes Klima. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 8,3°C im Altiplano und 26,1°C in den am höchsten gelegenen Tälern.

Fauna/Flora


Der südliche Teil des Hochplateaus ist trocken und unfruchtbar. An der Ostabdachung der Anden entfalten sich die tiefen Täler der Yungas. Im Nordosten Boliviens erstrecken sich Ausläufer des Amazonas-Tieflandes mit feuchtheißen Regenwäldern. In einem Großteil dieser Region bilden sich während der Regenzeit (Dezember bis Februar) Sümpfe. Große Gebiete fruchtbarer Weiden liegen jedoch über der Hochwasserlinie. Im Südosten befinden sich, durch das Bergland von Chiquitos (1.070 m) getrennt, die trockenheißen Ebenen des Gran Chaco. Aufgrund der verschiedenen Höhenstufen kommen in Bolivien nahezu alle Vegetationszonen vor.

Das baumlose, zentrale Hochbecken wird von Ichugräsern und Zwergsträuchern bewachsen. Gummibäume sowie über 2000 Hartholzarten sind in den tropischen Wäldern im Osten des Landes zu finden.

Das Lama, das hauptsächlich im Altiplano beheimatet ist, dient als Lasttier und Lieferant für Milch, Fleisch und Wolle. Alpakas, Vikunjas und Guanakos leben ebenfalls in der Hochebene. Affen, Pumas, Jaguare, Gürteltiere sowie zahlreiche Reptilien-, Vogel- und Insektenarten sind hauptsächlich in den tropischen Regenwäldern beheimatet. In den Savannen leben Nandus, giftige Schlangen und Termiten. Der Kondor, größter flugfähiger Landvogel, ist in den Anden und dem Hochland zu Hause.

Geschichte/Politik


Bolivien hatte bereits sehr früh (zwischen 600 und 1.200 n. Chr.) eine hoch entwickelte Kultur - die Tihuanacokultur, die später durch das sich immer weiter ausdehnende Inkareich abgelöst wurde. An diese Periode erinnern viele Zeugnisse sowie die Sprache der Aymará und Ketschua. Nach der Zerstörung des Inkareiches eroberten Spanier 1538 das Hochland und schöpften den Reichtum an Bodenschätzen für das Mutterland aus.

Anfang des 19. Jahrhunderts begann sich der Widerstand gegen die Kolonialmacht zu formieren, und 1825 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen. Bolivien ist nach dem Revolutionsführer Simón Bolívar benannt, der auch die erste Verfassung entwarf. Die folgenden Jahrzehnte waren durch eine nicht enden wollende Reihe von Militärdiktaturen und dem Ausbruch des Chacokrieges (1932-1935) gekennzeichnet, an dessen Ende Bolivien das Gebiet des Gran Chaco einbüßte.

Aus den Präsidentschaftswahlen im August 1997 ging Hugo Bánzer Suárez, der das Land bereits von 1971 bis 1978 diktatorisch regiert hatte, als Sieger hervor. Im August 2001 trat Bánzer aufgrund einer schweren Erkrankung zurück, und der bisherige Vizepräsident Gonzalo Sánchez übernahm sein Amt. In den letzten Jahren ist es in Bolivien immer wieder zu sozialen und politischen Unruhen gekommen, wodurch auch die Regierung an Stabilität verloren hat.

Wirtschaft


Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südamerikas. Obwohl die größten Bergbauunternehmen in den Fünfzigerjahren verstaatlicht wurden, hat die bolivianische Regierung die Entwicklung der privaten Industrie und Investitionen ausländischen Kapitals aktiv gefördert. Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut.

Der Bergbau, wichtigster Devisenbringer Boliviens, erlitt Ende der Achtzigerjahre durch den Preisverfall an den Weltmärkten und die Erschöpfung der Minen einen Einbruch. Bolivien zählt weltweit zu den größten Zinn-, Wismut- und Antimonproduzenten. Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft beschäftigt, die 23% des Bruttosozialprodukts darstellt. Die Arbeitslosigkeit lag 2003 bei 7,6%, und die Inflationsrate belief sich auf 3,3%.

Kultur


Die Kleidung, Sprache, Architektur und Lebensweise der einheimischen Bevölkerung hält an den Traditionen ihrer vorkolonialen Vorfahren fest, die sich jedoch teilweise mit spanischen Bräuchen vermischt haben. Die Kleidung ist bunt und den Anforderungen des Lebens in großen Höhen angepasst. Feiertage und religiöse Feste werden mit Tänzen und Feiern begangen. Bei großen öffentlichen Versammlungen, wie beispielsweise religiösen Festen, spielen im Allgemeinen Ensembles aus Blas- und Schlaginstrumenten.

Das Repertoire der Volksmusiker umschließt sowohl die Musik bekannter Komponisten als auch durch mündliche Überlieferung weitergegebene Stücke. Das wichtigste Blasinstrument ist die Quena, eine eingekerbte Flöte aus Bambusrohr. Der Flötenspieler schlägt oft auch Trommeln, die an seinen Körper gegurtet sind. Die Panflöte (Antara auf Ketschua, Siku auf Aymará) und die Tokoro, eine größere Version der Quena, erfreuen sich in Bolivien ebenfalls großer Beliebtheit.



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