Amparo, wann hast Du gemerkt, dass Du künstlerisch begabt bist?
Eigentlich habe ich mich schon als ganz kleines Mädchen für Kunst interessiert. Meine älteren Kusinen haben damals gerade in einem Kurs gelernt, wie man Leder bearbeitet. Sie haben wunderschöne Handtaschen und Gürtel gemacht. Das fand ich toll. Also habe ich meine Mutter gefragt, ob ich auch an so einem Kurs teilnehmen könnte. Anfangs war sie etwas skeptisch. Ich glaube in erster Linie wegen meines Alters. Sie war sich auch nicht sicher, ob ich genügend Talent habe. Aber sie ließ mich trotzdem bei dem Kurs mitmachen und nach ein paar Wochen erkannte sie, dass ich sehr wohl begabt bin. Von da an hat sie mich sehr stark unterstützt. Sie erzählt auch, was ich für tolle Sachen mache. Die finden meine Ledersachen übrigens auch schön.
Was bedeutet Dir das kreative Arbeiten?
Die Lederbearbeitung ist ja nicht meine einzige künstlerische Leidenschaft. Unter anderem tanze ich auch. Ich habe einige Monate lang Unterricht genommen. Ich kann jetzt fast alle bolivianischen Volkstänze. Unser Land ist reich an Kultur und ich liebe es, die Tänze vorzuführen. Einmal habe ich hier im Dorf sogar an einer Parade teilgenommen. Meine Gruppe und ich haben riesigen Applaus bekommen. Das Tanzen hilft mir auch. Immer wenn ich traurig bin oder ein Problem habe, dann mache ich die Musik an und tanze. Ich fühle mich dann einfach besser und kann auch die schlechten Momente für eine Weile vergessen. Das tut gut!

Daniel und seine Schwestern
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Du malst auch, oder?
Ich liebe es zu malen. Meine Geschwister und ich malen jedes Jahr Weihnachtskarten. Meistens fangen wir damit schon drei oder vier Monate vor dem Weihnachtsfest an. Ich gebe mir dabei sehr viel Mühe. Da muss jedes Detail stimmen. Ich denke, dass ich durch die Farben und Pinselstriche etwas von meinem Inneren ausdrücken kann.
Möchtest Du die Kunst später einmal zu Deinem Beruf machen?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe einen anderen Traum: Ich will Hotel-Management und Touristik studieren. Während meiner Schulferien arbeite ich in einem Restaurant. Dort lerne ich Kochen und Backen. Die Arbeit mit Leder, das Tanzen und die Malerei geben mir viel, aber sie werden wohl Hobbys bleiben. Von Kunst kann man in Bolivien nicht leben. Außer du hast sehr viel Glück.