Können Sie uns ein bisschen von Ihrer Arbeit im SOS-Kinderdorf erzählen?
Ich bin seit gut neun Jahren eine SOS-Kinderdorf-Mutter. Jedes meiner Kinder kam mit seiner ureigenen Geschichte und ich habe sie alle in mein Herz geschlossen. Es war nicht immer einfach und es gab viele Herausforderungen für mich. Aber ich habe nie wirklich gezweifelt.
Die meisten Menschen, die in Ihr Haus kommen, sind von Ihren Bildern begeistert. Wann ist es Ihnen zum ersten Mal bewusst geworden, dass Sie ein Talent zum Malen besitzen?
Ich glaube, das war in der Oberschule. Ich habe zu dieser Zeit ganz gute Bleistiftzeichnungen gemacht. Damals konnte ich mir keine Buntstifte leisten. Meinem Lehrer gefielen meine Sachen sehr gut, obwohl sie nur einfarbig waren.
Später, als ich dann anfing im SOS-Kinderdorf zu arbeiten und in mein Haus einzog, wollte ich es etwas dekorieren. Das Haus selbst war wunderschön und ich mochte es vom ersten Moment an. Ich stellte mir vor, dass Bilder mit Motiven der Indios gut hineinpassen würden. Das war der Moment, als ich anfing zu malen.
Wie haben Sie sich das Malen beigebracht?
Das Malen auf Stoff hat mir zum Beispiel eine professionelle Künstlerin beigebracht. Ich weiß nicht warum, aber ich habe die Technik sehr schnell gelernt. Dann ging es eigentlich nur noch darum, meinen eigenen Stil zu finden. Dabei haben mich am meisten die traditionelle Tracht und die Motive der Yampara inspiriert. Die Kleider sind sehr farbenfroh und strahlen eine große Fröhlichkeit aus.
Werden Sie mit dem Malen weitermachen?
Ich kann gar nicht damit aufhören. Es ist ein Teil von mir. Für mich ist es die ideale Entspannung. So kann ich besser für die Kinder da sein und mehr auf sie eingehen. Ich denke, es ist für jede Mutter im Dorf wichtig, ein solches Hobby zu haben. Es muss ja nicht unbedingt Bildermalen sein. Es geht einfach um eine Form sich auszudrücken. Außerdem hilft es dabei, dass das Leben und die Arbeit nicht zur Routine werden.