Irma mit Geschwistern und SOS-Mutter Alicia Der lachende Wirbelwind, der uns ins Haus bittet, hört - meistens - auf den Namen Irma. Sie ist zwölf Jahre alt und lebt im SOS-Kinderdorf in Sucre/Bolivien seit sie sechs ist. Irma und ihre zwei jüngeren Schwestern sind dort Teil einer großen Familie geworden und erfahren bei ihrer SOS-Mutter Alicia Geborgenheit, Anerkennung und Liebe. Heute sind wir bei Irma und ihrer Familie zu Besuch und das Mädchen zeigt uns sein Zuhause.
"Ich bin hier im Kinderdorf sehr glücklich und dafür gibt es mindestens eine Million Gründe", sprudelt es aus Irma heraus. "Ganz besonders schön ist es, dass ich hier mit meinen beiden Schwestern zusammen bin", erzählt Irma, während sie ihre beiden jüngeren Geschwister an sich drückt. Stolz zeigt uns Irma das Wohnzimmer. "Hier ist es so richtig gemütlich, nicht wahr? Übrigens kommen gleich Freunde, die ich zu uns nach Hause eingeladen habe." Sie macht eine kurze Pause und fügt ernst hinzu: "Früher konnte uns niemand besuchen, weil es einfach keinen Platz gab."
Irma und ihre Schwestern lebten in bitterer Armut
Wenn Irma von "früher" spricht, dann meint sie die Zeit, als ihre leibliche Mutter noch lebte. Damals wohnten sie zu viert unter bitterarmen Bedingungen in einem einzigen Raum. Der Tod ihrer Mutter ließ Irma und ihre Schwestern ganz alleine zurück und schien ein weiterer Schritt in eine hoffnungslose Zukunft zu sein. Doch für Irma und ihre zwei Schwestern gab es einen anderen Weg - er führte sie ins SOS-Kinderdorf in Sucre.
Malen am Wohnzimmertisch: Irma lädt gerne Freunde zu sich nach Hause einIn ihrem neuen Zuhause liebt Irma es, möglichst viele Freunde und Geschwister um sich zu haben. Sie hören dann Musik, quatschen über alltägliches und bisweilen über ihre Träume. Doch Irmas SOS-Mutter Alicia achtet auch sehr darauf, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen. Und so sitzen sie oft alle zusammen am großen Tisch im Wohnzimmer und Alicia leistet hier und da ein bisschen Unterstützung, wenn eines der Kinder nicht mehr weiter weiß.
Erst die Hausaufgaben - und dann zum Spielen!
"Ich habe meine Mutter Alicia sehr lieb“, vertraut uns Irma an und fügt kichernd hinzu: „Obwohl sie auch ganz schön streng sein kann, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht machen wollen." Doch wenn die Schularbeiten erledigt sind, dann dürfen die Kinder sogar in Alicias Zimmer spielen - und dann spielt Irma am liebsten mit der kleinen Valentina, dem Baby der Familie.
Als wir uns verabschieden, will uns Irma noch einmal unbedingt sagen, dass sie das ganze Kinderdorf "wahnsinnig" mag. "Es sind so viele nette Leute hier und ich habe so viele Freunde in meinem Alter, mit denen ich mich immer treffen kann. Mir ist aufgefallen, dass ich die Namen von allen Kindern aus dem Dorf auswendig kenne. Und wir sind mehr als 100 Kinder!"