Als das SOS-Kinderdorf in Sucre vor gut zehn Jahren gegründet wurde, waren die meisten Kinder noch sehr jung. Mittlerweile haben die ersten das Dorf verlassen und erlernen in verschiedenen SOS-Jugendeinrichtungen einen Beruf. Doch ein Großteil der Jugendlichen lebt noch im SOS-Kinderdorf und wartet darauf, ihren älteren Geschwistern folgen zu können. Bis es so weit ist, genießen sie das Leben im Dorf.
Seit einigen Jahren ist es im SOS-Kinderdorf Sucre üblich, dass sich die Jugendlichen in regelmäßigen Abständen zu Versammlungen treffen. Ziel dieser Treffen ist es, sich gegenseitig zu unterstützen und eine aktive Rolle an der Entwicklung des Dorfes zu übernehmen. Wenn die Jugendlichen zusammen kommen, sprechen sie über alle möglichen Themen: Problem mit dem Erwachsenwerden, ihre Rolle in der Gesellschaft, ihre Interessen... Es bleibt allerdings nicht nur beim Reden. Aus den Treffen geht in der Regel immer eine konkretes Projekt hervor.
Eine der letzten Aktionen war, die Grünflächen des Dorfes zu verschönern. Die Jugendlichen begannen damit, den Boden von verdörrten Blumen und Blätter zu säubern und Unkraut zu jäten. Im Nu verwandelten sie die Flächen in schöne, kleine Gärten. Vor allem den Mädchen machte die Arbeit besonders Spaß. Außerdem war es für sie eine gute Abwechslung zum normalen Dorfleben. Die Jungs fanden es toll, von den Mädchen unterstützt zu werden und bei ihnen ein bisschen Eindruck schinden zu können.
Auch die SOS-Mitarbeiter, die die Jugendlichen bei ihrem Projekt halfen, waren mit dem Resultat sehr zufrieden: "Unsere Gespräche und Anregungen mit den Jugendlichen tragen Früchte. Es ist einfach schön zu sehen, wie sie so kooperativ zusammenarbeiten."
Für die SOS-Kinderdorf-Mütter war die Aktion natürlich auch ein voller Erfolg. Vor allem waren sie stolz, wie gut sich die "Kleinen" entwickelt haben und wie groß, selbstständig und nahezu erwachsen sie heute sind.