Es liest sich wie ein Märchen, ist aber wahr: Das kleine Mädchen - nennen wir es mal Maria - kommt aus einer armen Familie, die in der Nähe von Sucre gelebt hat. Ihre Eltern haben wegen der immer häufiger werdenden Dürreperioden ihre bescheidene Landwirtschaft aufgegeben und sind nach El Rollo umgezogen, einem kleinen Dorf in der Nähe des SOS-Kindergartens.
Als Maria drei Jahre alt war, hatte sie einen schweren Unfall: Sie stürzte auf der Baustelle eines Hauses aus dem zweiten Stock. Sie erlitt zahlreiche komplizierte Brüche, unter anderem am Kopf, die mit Metallplatten geschient werden mussten. Die Kosten für die Operation waren so hoch, dass die Eltern einen Kredit bei der Bank aufnahmen. Sie bekamen sogar den Kredit, aber die Schulden waren so hoch, dass sich ihr ganzes Leben änderte: Sie lebten nur noch, um den Kredit zurück zu bezahlen. Die Wirtschaftskrise machte alles nur noch schlimmer. Es kam so weit, dass die Eltern Maria von der Schule nehmen mussten, weil sie das Schulgeld nicht bezahlen konnten. Das Geld ging an die Bank, ein bisschen was blieb fürs Essen, für Marias Schulbildung blieb nichts übrig.
Die Leute vom SOS-Sozialzentrum erfuhren von dieser Tragödie, als sie mit der Mutter an deren armseligen Verkaufsstand in den Straßen von Sucre ins Gespräch kamen. Das SOS-Sozialzentrum hilft genau solchen Familien, die es alleine nicht schaffen. So dauerte es nicht lang und Maria war wieder in der Schule. Eines Tages tauchte sie im Klassenzimmer auf und saß wieder bei ihren Klassenkameraden. Maria braucht immer noch spezielle Behandlung und Betreuung im SOS-Sozialzentrum, damit sie Rückstände aufholen kann. Egal, sie ist glücklich, und ihre Eltern erst recht. Maria ist sechs Jahre alt. Vor drei Jahren kam es zu dem fast tödlichen Unfall. Seither feiert Maria zweimal im Jahr Geburtstag.
Dass sie feiern kann, verdankt sie auch Ihnen und Ihrer Patenschaft für das SOS-Kinderdorf Sucre. Dafür danken wir Ihnen!