Das zwölfte SOS-Kinderdorf des Landes wurde in João Pessoa erbaut. João Pessoa, eine Stadt mit etwa 400 000 Einwohnern, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Paraíba. Diese trockene und heiße Region im Nordosten des Landes wird immer wieder von langen Dürreperioden heimgesucht. Die Folgen für die Wirtschaft sind sehr negativ und die schwierigen Lebensumstände veranlassen viele Bewohner, in die großen Städte und Industriezentren abzuwandern, wo sie auf eine Verbesserung ihrer sozialen Lage hoffen.
Das SOS-Kinderdorf Paraíba liegt im Vorort Mangabeira, etwa elf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und wurde im Mai 1987 in Betrieb genommen. Das SOS-Kinderdorf besteht aus zwölf Familienhäusern, in denen bis zu 120 Kinder ein neues Zuhause finden können. Zur Infrastruktur gehören außerdem das Haus des Dorfleiters, ein Haus für so genannte SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Gemeinschaftshaus für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten, sowie ein Verwaltungs- und Servicebereich.
Eine SOS-Jugendeinrichtung im Stadtzentrum bietet Platz für bis zu 20 Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf in Ausbildung. Hier sind die Jugendlichen in einer betreuten Wohngemeinschaft untergebracht und lernen Schritt für Schritt, selbst für sich zu sorgen. Ein SOS-Sozialzentrum, das als Kindertagesstätte geführt wird, kann bis zu 280 Kindern im Vorschulalter Tagesbetreuung anbieten. Eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule wurde im Mai 1990 eröffnet und verfügt mit zwölf Klassenräumen über Platz für 590 Grundschüler.