Das am 7. Dezember 1981 eröffnete SOS-Kinderdorf Malleco liegt in der Nähe der Stadt Angol im Süden der Provinz Malleco, die auch Heimat einer mittlerweile nur noch sehr kleinen indianischen Minderheit, der Araukaner, ist. Die Stadt Angol zählt etwa 80.000 Einwohner, die sich größtenteils als Landarbeiter verdingen oder in mehr als 100 Kilometer entfernte Städte pendeln. Da oft beide Elternteile einer Beschäftigung nachgehen müssen und keine geeigneten Einrichtungen zur Kinderbetreuung vorhanden sind, werden Kinder oft sich selbst überlassen und verbringen ihre Tage auf der Straße, wo sie nicht selten in Drogen- und Jugendkriminalität abrutschen. Temuco ist eine weitere größere Stadt in der Nähe des SOS-Kinderdorfes.
Das SOS-Kinderdorf Malleco besteht aus zwölf Familienhäusern, die bis zu 109 Kindern ein neues, liebevolles Zuhause bieten können. Das Haus des Dorfleiters, ein Gemeinschaftshaus mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern sowie einem Verwaltungsbereich, eine Zahnklinik und ein Schwimmbecken ergänzen die Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes. Die Kinder besuchen die öffentlichen Kindergärten und Schulen der Umgebung.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden im Stadtgebiet von Angol und Temuco drei SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, in denen in Ausbildung stehende Jugendliche untergebracht sind. Hier werden sie bereits während der höheren Schul- oder Berufsausbildung unter Aufsicht eines Jugendpädagogen im Rahmen von Wohngemeinschaften Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.
Das SOS-Sozialzentrum Malleco liegt auf einem 11.250 m² großen Grundstück im Stadtteil Huequen, nur 500 Meter vom SOS-Kinderdorf entfernt und wurde im Jahr 1997 seiner Bestimmung übergeben. Das SOS-Sozialzentrum wird als Kindertagesstätte geführt und verfügt über vier Klassenräume, eine Mehrzweckhalle, Küche und Speisesaal, eine Krankenstation für kleine Notfälle, einen Verwaltungsbereich sowie über einen großzügigen Sport- und Kinderspielplatz. Insgesamt können bis zu 140 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-15 Jahren aus den umliegenden armen Stadtvierteln betreut werden und erhalten im SOS-Sozialzentrum neben einer ausgewogenen Mahlzeit auch schulische und handwerkliche Unterstützung. Schulkinder erhalten nachmittags Hilfe bei den Hausaufgaben sowie Förderunterricht. Zusätzlich haben die Kinder die Möglichkeit, ihre handwerklichen Fähigkeiten in einer Tischler- und Schneiderwerkstatt zu trainieren.