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SOS-Kinderdorf Padre las Casas 

Das SOS-Kinderdorf Padre las Casas befindet sich in der gleichnamigen Stadt ganz in der Nähe der Provinzhauptstadt Temuco. Temuco ist die Hauptstadt der Region Araucanía, liegt etwa 670 Kilometer südlich von Santiago de Chile und hat rund 230.000 Einwohner. Das Umland der Stadt ist von Nadelwäldern geprägt und wird für den intensiven Anbau von Feldfrüchten genutzt. Temuco zählt zu den neuesten Städten Chiles mit moderner Infrastruktur, zeitgenössischer Architektur und einem wichtigen Geschäftszentrum und zieht daher zahlreiche arme Familien aus ländlichen Gebieten an, die auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen sind.

Eine der charakteristischsten Eigenschaften Temucos und seiner Umgebung ist die starke Präsenz der Mapuche, die bis zu 13% der Einwohner von Temuco stellen. Mapuche sind die Ureinwohner Zentral- und Südchiles sowie der südlichen Landesteile Argentiniens. Einige haben ihre traditionellen Sitten und Gebräuche bewahrt und leben noch heute von der Landwirtschaft, eine immer größere Mehrheit zieht aber nach dem Verlust ihres Grundbesitzes auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in die Städte und lebt dort nun in Armut. Die meisten Mapuche kommen nach wie vor nicht in den Genuss staatlicher Sozialhilfe und Unterstützung, was die extreme Armut der Bevölkerung der Region zum Teil erklärt.

Die Stadtgemeinde Padre las Casas ist die zweitgrößte Stadt der Region Araucanía und zählt etwa 60.000 Einwohner. Die Armutsrate in der Region ist eine der höchsten ganz Chiles. Laut Erhebungen des Stadtrates von Temuco sind mehr als die Hälfte der Kinder in der Stadt Opfer von Missbrauch und die Zahl der Gewalttaten innerhalb der Familie ist die höchste des Landes. In den letzten Jahren ist Drogenmissbrauch zu einem wachsenden Problem geworden und die Drogenabhängigen werden immer jünger.

Das SOS-Kinderdorf Padre las Casas wurde auf einem 15.000 m² großen Grundstück errichtet und umfasst 14 Familienhäuser für bis zu 126 verwaiste oder verlassene Kinder. Zusätzlich zu den Familienhäusern wurden ein Haus für den Dorfleiter, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorf-Mütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorf-Müttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Verwaltungsgebäude, ein Gebäude für Veranstaltungen und Feiern, eine Bibliothek und ein Sportplatz errichtet. Die Kinder und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfes nutzen die Kindergärten, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten der Umgebung und der nahegelegenen Stadt Temuco und sind somit verstärkt in die umliegende Gemeinde integriert.

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