Hauptstadt: San José
Fläche: 51.100 km²
Bevölkerungszahl: 4,1 Mio. (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: spanischer, afrikanischer, indigener sowie chinesischer Abstammung
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): römisch-katholisch und protestantisch
Währung: 1 Colon-Rica-Colón = 100 Céntimos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Auf Initiative des Österreichers Roderich Thun und seiner Frau Manuela, der Enkelin des ehemaligen costaricanischen Präsidenten, Rafael Iglesias, fand das SOS-Kinderdorf-Konzept Hermann Gmeiners, den sie in Österreich kennen gelernt hatten, 1972 seinen Weg nach Costa Rica. Das schwere Erdbeben in Nicaragua im selben Jahr ließ die Thuns jedoch zunächst in diesem Land helfend tätig werden, was die Vorbereitungen für die Errichtung des ersten SOS-Kinderdorfes in Costa Rica etwas verzögerte. Als Standort wurde Tres Ríos, unweit der Hauptstadt San José gelegen, ausgewählt.
Die Grundsteinlegung führte Hermann Gmeiner selbst am 2. April 1975 durch. Bereits im August des selben Jahres konnten die ersten Familien in ihre Häuser einziehen. Nach und nach wurden dem SOS-Kinderdorf Tres Ríos mehrere Nebeneinrichtungen angeschlossen.
Im Juli 1996 tobte ein Wirbelsturm im Zentrum und Südwesten Costa Ricas und richtete enorme Schäden in einem Drittel des Landes an. Etwa eine halbe Million Menschen war in Mitleidenschaft gezogen. Das binnen weniger Tage ins Leben gerufene SOS-Nothilfeprogramm versorgte etwa 6.000 Kinder mit Hilfsgütern, unterstützte die staatlichen Hilfsmannschaften und die Gesundheitsbehörden, um das Ausbrechen von Krankheiten zu verhindern, und ermöglichte den Wiederaufbau einer Schule und die Verteilung von Schulmaterial an 2.500 Schüler.
Im Februar 2000 ging das Internationale SOS-Hermann-Gmeiner-College Santa Ana in Betrieb. Um begabte Schüler aus ganz Lateinamerika noch bessere Bildungsmöglichkeiten zu bieten, wurde das College im August 2006 von unserem Partner "United World College" übernommen.
Im März 2005 startete SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiliegen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Costa Rica drei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, ein Berufsbildungszentrum und zwei SOS-Sozialzentren.