In der ecuadorianischen Hauptstadt Quito entstand im Jahre 1963 das dritte SOS-Kinderdorf Lateinamerikas. Quito befindet sich im Norden Ecuadors und liegt in einem schmalen, fruchtbaren Tal der Anden am Fuße des Vulkans Pichincha. Quito ist die älteste Hauptstadt Lateinamerikas und hat bis zum heutigen Tag viel von seinem kolonialen Charakter bewahrt.
Das SOS-Kinderdorf Quito liegt 18 Kilometer vom Äquator entfernt und ist vom Stadtzentrum mit dem Auto in etwa 30 Minuten erreichbar. Es wurde auf einem 8 Hektar großen Grundstück errichtet und umfasst 12 Familienhäuser, das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), sowie ein Verwaltungsgebäude mit Büros und einem Raum zur medizinischen Betreuung.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden 1995 im Stadtgebiet von Quito zwei SOS-Jugendeinrichtungen für Burschen und Mädchen geschaffen. Dabei handelt es sich um Wohngemeinschaften für in Ausbildung stehende Jugendliche, in denen sie bereits im Verlauf ihrer höheren Schul- und Berufsausbildung Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet werden. Zwischen 1991 und 2005 entstanden im gesamten Stadtgebiet insgesamt acht SOS-Sozialzentren, die als Kindertagesstätte geführt werden und Tagesbetreuung für jeweils bis zu 160 Kinder anbieten. Die Mütter der Kinder haben dadurch die Möglichkeit, durch die Ausübung eines Berufes zum Familieneinkommen beizutragen wodurch vermieden wird, dass armutsgefährdete Familien auseinander brechen. Die SOS-Sozialzentren bieten zudem Gesundheitsvorsorgemaßnahmen für Kinder an.