Hauptstadt: Guatemala
Fläche: 108.889 km²
Bevölkerungszahl: 12,3 Mio. (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: spanischer Abstammung, Nachkommen der Maya
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): Katholizismus, Protestantismus, Maya-Religionen
Währung: 1 Quetzal = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Februar 1976 erschütterte ein Erdbeben Guatemala, bei dem über 20.000 Menschen ums Leben kamen. Die indigene Stadt San Juan Sacatepéquez, rund 30 Kilometer von der Bundeshauptstadt Guatemala-City entfernt, wurde zum Großteil zerstört. Als Folge verloren viele Kinder ihre Angehörigen. Diese Naturkatastrophe veranlasste SOS-Kinderdorf International sofort zu handeln. Frau Luise Sinnhuber wurde persönlich von SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner als Repräsentantin der Organisation nach Guatemala entsandt, um in der verwüsteten Kleinstadt als unmittelbare Hilfsmaßnahme die Errichtung des ersten SOS-Kinderdorfes in die Wege zu leiten. Mit dem außerordentlichen Beitrag einer Gruppe von lokalen Mitarbeitern war es Frau Sinnhuber möglich, innerhalb von vier Monaten das SOS-Kinderdorf aus Fertigteilhäusern zu errichten und dort notleidenden Kindern die Geborgenheit einer Familie zu bieten. Mitte der neunziger Jahre stellte das SOS-Kinderdorf San Juan Sacatepéquez seinen Betrieb ein und wurde durch das SOS-Kinderdorf San Cristóbal abgelöst. An der Stelle des ehemaligen SOS-Kinderdorfes wird heute ein SOS-Sozialzentrum geführt.
Die schwierige sozioökonomische Situation in Guatemala als Ergebnis einer strengen Militärdiktatur und des jahrelangen Bürgerkrieges, von der besonders kinderreiche Familien und alleinerziehende Mütter betroffen waren und heute noch sind, machte in den darauffolgenden Jahren den Bau weiterer SOS-Kinderdorf-Einrichtungen notwendig.
2005 startete SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiliegen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Guatemala fünf SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und zwölf SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Guatemala (verfügbar auf Spanisch)