
Kinderdorf-Familie beim Frühstück: Es gibt Maisteig mit Fisch-, Gemüse- oder Fleischfüllung.
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"An dem Tag, an dem ich ins Kinderdorf aufgenommen wurde, hat mich meine Mutter an einer sehr guten Schule angemeldet. Auch drei meiner Schwestern gehen dort hin. Unsere Schuluniform ist blau. Aber noch schöner sind unsere Sporttrikots. Das ist ein wunderschöner Pullover mit weißen Streifen, den habe ich am liebsten an.
In der Früh geht es bei uns drunter und drüber, alle rennen durcheinander. Meine Mutter versucht uns deshalb beizubringen, früher aufzustehen. Meine Schwester Leidy – sie ist das Älteste – hilft meiner Mutter die kleineren Kinder zu wecken und hilft ihnen bei der Morgendusche. In der Zwischenzeit suchen wir anderen unsere Kleider zusammen, machen unsere Betten und räumen unsere Schulranzen ein. Wenn wir manchmal ein Heft oder so was liegen lassen, mahnt uns unsere Mutter ziemlich laut, dass wir nichts vergessen dürfen.

Dorfansicht im Morgenlicht
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Das einzige, was macht mich munter macht
Einmal zog einer meiner Brüder die falschen Schuhe an, so dass der andere keine hatte. Meine Mutter lieh dann für ihn welche im Nachbarhaus aus. Zum Glück können wir im Dorf immer jemanden um Hilfe bitten. Ich glaube nicht, dass andere Familien so viel Unterstützung haben.
Wenn die kleinsten Kinder fertig sind, bin ich dran mit Duschen. Ich bin dann schon 20 Minuten auf, aber ich würde mich am liebsten noch einmal hinlegen. Ich frage mich jeden Morgen: Warum fünf Uhr? Das ist viel zu früh! Seit fast zehn Jahren stehe ich nun so früh auf, aber ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen.
Wir bekommen sehr gutes Frühstück, es gibt Tamales (Maisteig mit Fisch-, Gemüse- oder Fleischfüllung) oder Reis, schwarzen Bohnen, Gemüse, Fleisch, Sauerrahm und Rührei. Dazu bekommen wir heiße Schokolade zu trinken. Ich weiß nicht, was da drin ist - aber das ist das einzige, was mich wach hält und mir die nötige Kraft und Energie gibt, zur Schule zu gehen und richtig zu lernen.

Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf in Bogotá
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Was ich ändern würde
Ich muss so früh wie möglich los mit meinen drei Schwestern, weil unsere Schule ziemlich weit weg ist vom Dorf. Wir warten auf den Bus, der uns zur Schule bringt – pünktlich und ohne zu hetzen. Ich bin heilfroh, dass ich im Kinderdorf lebe, wirklich. Meine Mutter will, dass es uns allen gut geht, und sie zeigt uns, dass man das Beste aus seinen Möglichkeiten machen muss. Im SOS-Kinderdorf haben wir alles, was wir brauchen: eine Familie, gesundes Essen und wir können zur Schule gehen. Das einzige, was ich aber wirklich gerne ändern würde, wäre das frühe Aufstehen!"