Aktuelle Infos und Hintergründe über die SOS-Kinderdörfer.
Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Weltweit aktiv in 133 Ländern: SOS ist vor Ort!
Entdecken Sie, wie Sie Kindern in Not helfen können!
Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen: Unsere Freunde & Partner.
Mit 18 Jahren war Rene Hernandez der erste kolumbianische SOS-Jugendliche, der an einer öffentlichen Universität aufgenommen wurde. Heute ist er 34 und Präsident der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien.
Rene Hernandez ist neuer Präsident der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien. Die Fotografie an der Wand zeigt ihn als Jungen mit seiner SOS-Familie.Der neue Präsident ist zu Besuch im Haus 20 des SOS-Kinderdorfs Bogotá. Diesmal wollte er eigentlich nur kurz vorbeischauen. Doch natürlich besteht "Tante" Ximena, die SOS-Familienhelfern in dem Haus, darauf, dass Rene etwas isst, schließlich ist Mittagszeit. Eine Aufforderung, die Rene ihr kaum abschlagen kann. Noch ehe sie ihm eine Portion hinstellen kann, streckt er seinen Arm aus, um den nächstgelegene Teller neben dem Herd zu erreichen, und nimmt sich selbst einen Schlag aus der Pfanne. "Es schmeckt wie immer ausgezeichnet", sagt Rene, während er den Teller leert. "Aber ich hab heute leider wirklich keine Zeit zum Mittagessen, Tantchen." Er entschuldigt sich vielmals und verabschiedet sich eilig. "Ich muss zu einem Arbeitstreffen, bitte grüß Consuelo [Renes SOS-Mutter]", sagt er und tritt aus der Tür. "Nimm dir wenigstens etwas von den Bohnen!", ruft Ximena hinterher.
Rene ist im Haus 20 des SOS-Kinderdorfs Bogotá aufgewachsen. Er und sein Bruder Cidulfio fanden dort 1987 im Alter von 12 Jahren ein neues Zuhause - in der SOS-Familie ihrer Kinderdorf-Mutter Consuelo. "Im Haus 20 waren wir 10 Geschwister und für uns war Consuelo die beste Mutter, die man sich vorstellen kann", erzählt Rene. Heute ist er ein erwachsener Mann, besucht aber regelmäßig das Dorf, um seine jüngeren Geschwister und Consuelo zu sehen, die ihn wie eine richtige Mutter aufgezogen hat.
Nach Abschluss der Highschool ergriff Rene die sich ihm bietende Chance und bewarb sich an einer öffentlichen Universität in Kolumbien. 1993 wurde er am Institut für Soziologie an einer der besten Bildungseinrichtungen Bogotas, der nationalen Universität von Kolumbien, aufgenommen."Der Dorfleiter machte vor Freude einen Luftsprung als ich ihm erzählte, dass ich die Aufnahme an der nationalen Universität geschafft hatte. Damals war mir noch nicht klar, wie wichtig es ist, eine Ausbildung zu haben", erinnert sich Rene.
Während seines Studiums wurde er von den SOS-Kinderdörfern weiterhin unterstützt. Er zeigte Verantwortungsgefühl, Fleiß und Energie und konnte während seines Studiums auch SOS-Kinderdörfer in anderen Ländern besuchen. Er machte sehr bald seinen Abschluss in Soziologie und arbeitete dann in verschiedenen Einrichtungen. Rene begann an der zivilgesellschaftlichen Beobachtungsstelle von Kolumbien, anschließend arbeitete er am Entwicklungsplan der kolumbianischen Provinz Magdalena mit und seit 2005 ist er im Sekretariat für Soziale Integration von Bogotá als Berater für Familienangelegenheiten tätig.
Angesichts dieses vielversprechenden Lebenslaufs wurde Rene Hernandez zum Vorstandsmitglied von SOS-Kinderdorf Kolumbien ernannt und im April 2009 zum neuen Vorstandspräsidenten gewählt. Rene meint: "Ich möchte nicht nur Repräsentant der SOS-Kinderdörfer sein. Ich möchte sicherstellen, dass alle Kinder, das leben können, was ich im Haus 20 erleben durfte, und die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu absolvieren."
Bald ist wieder Sonntag und Rene wird im Haus 20 zu Besuch kommen, wo seine geliebte Mutter Consuelo auf ihn wartet. Beim letzten Mal konnte Rene nicht auf sie warten, aber dieses Mal hat er darauf geachtet, dass sie Zeit haben, gemeinsam zu Mittag zu essen.