Das SOS-Kinderdorf Ibagué entstand nach einer schrecklichen Vulkankatastrophe im Jahre 1985, bei der die Stadt Armero unter Schlammassen begraben wurde. Ibagué ist die Hauptstadt der Provinz Tolima und liegt etwa 50 Kilometer südlich des Katastrophengebietes und 200 Kilometer von der Hauptstadt Bogotá entfernt.
Das SOS-Kinderdorf wurde auf einem etwa 5 Hektar großen Grundstück errichtet und im Oktober 1987 in Betrieb genommen. Es besteht aus 16 Familienhäusern, die bis zu 160 Kindern ein neues Zuhause bieten können. Auf dem Grundstück befinden sich außerdem das Haus des Dorfleiters, das Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Verwaltungsgebäude, ein Gemeindehaus, Sportanlagen und ein Schwimmbecken.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurde 1997 im Stadtgebiet von Ibagué eine SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, die auch über eine Jugendberatungsstelle verfügt. Es handelt sich um drei Wohngemeinschaften für insgesamt bis zu 24 Jugendliche, wo sie bereits im Verlauf ihrer höheren Schul- und Berufsausbildung Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet werden.
Gleichzeitig mit dem SOS-Kinderdorf wurde auch eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule errichtet, die als Grund- und Sekundarschule geführt wird und insgesamt 500 Kindern aus dem SOS-Kinderdorf und der Umgebung aufnehmen kann. Die Schule umfasst 14 Klassenräume, drei Labors für Physik- und Chemieunterricht und einen Verwaltungsbereich für die Schulleitung.