Die Kinder in Kolumbien brauchen Ihre Hilfe!
Kolumbien leidet seit mehr als vier Jahrzehnten unter dem bewaffneten Konflikt zwischen Regierung und verschiedenen meist im Drogenhandel verstrickten militanten Gruppen. Trotz der jüngsten Demobilisierung von offiziell 32.000 Paramilitärs kommt es vor allem im den ländlichen Gebieten immer wieder zu
gewalttätigen Auseinandersetzungen. Monat für Monat müssen etwa 18.000 Kolumbianer ihre Heimat augrund der Konflikte verlassen. Über drei Millionen Flüchtlinge suchen Schutz im eigenen Land. Unter den Entwurzelten sind viele Familien, die unter dem Druck häufig zerbrechen. Kinder verlieren ihren Halt.
- Trotz eines Gesetzes, das den Einsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren in der Armee verbietet, gibt es in Kolumbien noch schätzungsweise 8000 Kindersoldaten.
- Der Einsatz von Landminen nimmt in Kolumbien nicht ab. Jeden Tag sterben mindestens drei Menschen durch eine Mine - unter den Opfern sind viele Kinder.
- Gesundheitliche Versorgung: Rund ein Drittel aller Kinder leidet unter Blutarmut. Knapp sieben Prozent der Neugeborenen hat Untergewicht und etwa 14 Prozent der Kinder unter fünf Jahren liegen in ihrer Entwicklung zurück.
- Vor allem in den ländlichen Gebieten fehlt es den Menschen an einer ausreichenden medizinischen Versorgung und an Bildungseinrichtungen.
- Indigene Einwohner und Kolumbianer mit afrikanischen Wurzeln sind deutlich benachteiligt: Die Armutsrate ist unter ihnen wesentlich höher als unter der übrigen Bevölkerung. Zudem sind diese Gruppen häufiger Opfer von Vertreibungen.
Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien!
1971 eröffnete in Bogotá das erste Kinderdorf des Landes, heute gibt es in Kolumbien
fünf Kinderdörfer, in denen insgesamt rund
700 Kinder leben. Die SOS-Jugendeinrichten begleiten knapp 120 Teenager ins Erwachsenwerden.
Besonders stolz sind wir in Kolumbien auch auf unsere Arbeit in den
SOS-Sozialzentren, von der mehr als
2000 Kinder und deren Familien profitieren. Die Hilfsprogramme sind vielfältig: Familien die existenziell bedroht sind, erhalten in den Zentren beispielsweise eine grundlegende medizinische Versorgung sowie eine regelmäßige Mahlzeit. In den angeschlossenen
Tagesstätten werden Kinder betreut, damit deren meist allein erziehenden Mütter einer Arbeit nachgehen oder eine Arbeit suchen können. Zusätzlich bieten wir für Schulkinder eine
Hausaufgabenbetreuung an.
Außerdem unterstützen wie Frauen dabei, selbst
Tagesmütterprogramme zur Betreuung ihrer Kinder auf die Beine zu stellen. Die Familien, die an unseren Initiativen teilnehmen, bilden dazu so genannte
Familienkomitees. Sofern nötig, helfen wir beim Ausbau der jeweiligen Räumlichkeiten sowie durch
Spielzeug und Essen. Zudem erhalten die Frauen von unseren Pädagogen regelmäßig Tipps und Fortbildungen in Sachen Erziehung.
Nothilfe leisteten die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien, nachdem im Jahr 1999 schwere Erdbeben das Land erschüttert hatten. Auch nach sintflutartigen Regenfällen im Jahr 2007 waren wir zur Stelle: Die Wassermassen führten in der kolumbianischen Provinz Tolima zu Hangrutschen und Murenabgängen. Elf Menschen kamen ums Leben, rund
3.800 Menschen waren von der Naturkatastrophe betroffen. SOS-Mitarbeiter verteilten an Famlien Lebensmittelpakete, Medikamente, Matratzen und Decken.
Heute gibt es in Kolumbien folgende SOS-Einrichtungen: fünf Kinderdörfer, einen Kindergarten, fünf Jugendeinrichtungen, eine Hermann-Gmeiner-Schule (sowohl Grund- als auch weiterführende Schule), ein Berufsbildungszentrum und Sozialzentren an fünf Standorten.
Website von SOS-Kinderdorf Kolumbien (verfügbar auf Spanisch)