Das dritte kolumbianische SOS-Kinderdorf wurde 1996 im Nordwesten des Landes in der Nähe der Stadt Rionegro in der Provinz Antioquia errichtet. Rionegro liegt 2000 Meter über dem Meeresspiegel in einer Gegend, die in den letzten Jahren an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen hat. Betriebe aus der Papier-, Nahrungsmittel- und Chemie-Industrie verlegten ihre Standorte von der Provinzhauptstadt Medellín nach Rionegro. Die Errichtung eines internationalen Flughafens trug ebenfalls zum Ausbau der Infrastruktur der Region bei. Viele Menschen ziehen vom 40 Kilometer entfernten Medellín nach Rionegro, da die Lebensqualität hier wesentlich besser ist. Es gibt weniger Gewalt und die Arbeitslosigkeit ist niedriger.
Das SOS-Kinderdorf Rionegro wurde auf einem 27.000 m² großen Grundstück errichtet und umfasst 12 Familienhäuser, die bis zu 120 Kindern ein neues Zuhause bieten können. Außerdem befinden sich auf dem Gelände auch noch das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Verwaltungsgebäude und ein Gemeindehaus für Veranstaltungen, Versammlungen und Feiern.
Ein SOS-Berufsbildungszentrum für die Aus- und Weiterbildung von SOS-Kinderdorfmüttern und anderen Mitarbeitern wurde im März 1999 eröffnet und besteht aus vier Ausbildungs- und Seminarräumen sowie den erforderlichen Nebenräumen.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurde im Stadtgebiet eine SOS-Jugendeinrichtung geschaffen. Dabei handelt es sich um Wohngemeinschaften für in Ausbildung stehende Jugendliche, in denen sie bereits im Verlauf ihrer höheren Schul- und Berufsausbildung Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet werden.