Chiapas ist eine der ärmsten Regionen des heutigen Mexiko. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt dort unter dem Existenzminimum. In Chiapas existierte bis jetzt keine Einrichtung, die behinderten Kindern entsprechende therapeutische Behandlung, Betreuung, Aktivitäten und Schulbildung geboten hätte. Deshalb beschlossen die Kinderfürsorge des Bundesstaates Chiapas und SOS-Kinderdorf, in Chiapas gemeinsam ein SOS-Kinderdorf, ein SOS-Sozialzentrum und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Förderschule für behinderte Kinder zu errichten. Die Regierung von Chiapas stellte für das SOS-Kinderdorf ein Grundstück in einem gut gelegenen Viertel von Tuxtla Gutiérrez zur Verfügung. Der Bau wurde im November 2003 abgeschlossen, im selben Monat zogen bereits die ersten Familien ein. Das SOS-Kinderdorf Tuxtla Gutiérrez bietet Platz für etwa 70 geistig und/oder körperlich behinderte Kinder.
Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule ist eine Sonderschule mit fünf Klassenräumen und einer Bibliothek. Das SOS-Sozialzentrum besteht aus einem Raum für medizinische Versorgung, vier Lehrwerkstätten, acht Häusern für die ambulante Betreuung von externen Patienten und dem SOS-Therapiezentrum für behinderte Kinder. Im SOS-Therapiezentrum werden verschiedene Formen der Sprach, Beschäftigungs-, Hydro- und Physiotherapie angewendet. Es können dort insgesamt zirka 150 Kinder (davon 80 externe) behandelt werden. Die externen PatientInnen kommen für jeweils drei Wochen zur Therapie ins Kinderdorf und kehren dann wieder zu ihren Familien zurück. In den Lehrwerkstätten für Töpferei, Malerei, Gärtnerei und andere handwerkliche Tätigkeiten lernen die Kinder, ihre praktischen Fähigkeiten nach ihren individuellen Bedürfnissen weiter zu entwickeln.