Die Kinder in Nicaragua brauchen Ihre Hilfe!
Nicaragua ist nach Haiti das ärmste Land Lateinamerikas. Verantwortlich dafür sind unter anderem der Bürgerkrieg der achtziger Jahre, eine über die Jahre verfehlte Wirtschaftspolitik sowie die schlimmen Naturkatastrophen, die das Land immer wieder heimsuchten. Etwa die Hälfte der 5,7 Millionen Einwohner lebt derzeit unterhalb der Armutsgrenze. Es fehlt ihnen am Nötigsten. Die Armut trifft mehrheitlich Frauen und Kinder.
- Etwa jedes dritte Kind in Nicaragua ist chronisch unterernährt.
- Jede vierte Frau in Nicaragua muss ihre Kinder alleine erziehen und versorgen. Während die Mütter arbeiten oder Arbeit suchen, bleiben die Kinder tagsüber ohne Schutz und Aufsicht.
- Vor allem in den ländlichen Regionen haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Infektionsgefahr ist hoch.
- Die Armut des Landes spiegelt sich auch in den Zahlen der Kinderarbeit wider. Rund 167.000 Kinder und Heranwachsende sind davon betroffen.
- Etwa ein Fünftel der Kinder besucht keine Schule; nur rund 30 Prozent der Schulabgänger erreichen einen Abschluss. Meist können sich Eltern die Schulgebühren nicht leisten.
- Schätzung zufolge gibt es im Land noch knapp 75.000 Landminen aus dem Bürgerkrieg, die das Leben von Kindern und Erwachsenen bedrohen.
 Zuhause im SOS-Kinderdorf: Ein SOS-Kind in Nicaragua |
Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Nicaragua
Unser Engagement für die Kinder Nicaraguas begann mit dem Bau des SOS-Kinderdorfes Estelí kurz nachdem im Jahr 1972 das mittelamerikanische Land von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. Heute gibt es in Nicaragua sechs Kinderdörfer, in denen mehr als 650 Kinder ein neues Zuhause gefunden haben.
Früh haben wir in Nicaragua auch mit der Arbeit in den SOS-Sozialzentren begonnen, die bedürftige Familien unterstützen. In den integrierten Kindertagesstätten können Säuglinge und Kinder bis zum Alter von sechs Jahren tagsüber betreut werden. Das hält den oft allein erziehenden Müttern den Rücken frei. Sie können beruhigt einer Arbeit nachgehen und damit die Familie ernähren. Um bessere Chancen auf Arbeit zu bekommen, haben Frauen in den Sozialzentren zusätzlich die Möglichkeit, Fortbildungskurse zu besuchen und so verschiedene Handwerksfähigkeiten zu erlernen.
Wichtige Hilfe leisten unsere Programme zur Stärkung der Familie, die von den Sozialzentren ausgehen. Oberstes Ziel ist es, Familien in Not vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. Unter anderem entstanden im Rahmen der Familienstärkungsprogramme eine Reihe so genannter Familienkomitees. Darin organisieren die Mütter in Eigeninitiative die Kinderbetreuungen in Gemeindezentren oder Wohnhäusern. Die SOS-Teams helfen unter anderem bei der Organisation und beraten in Erziehungsfragen. Insgesamt profitieren von den Angeboten der SOS-Sozialzentren in Nicaragua mehr als 2500 Menschen.
 Kinder im SOS-Sozialzentrum Estelí |
Die SOS-Kinderdörfer betreiben in Nicaragua zwei Schulen, die beide staatlich anerkannt sind und zudem einen ausgezeichneten Ruf im Land genießen. Die beiden Einrichtungen umfassen jeweils eine Grund- und Sekundarstufe für insgesamt rund 2200 Schüler. Um möglichst viele Kinder aufnehmen zu können, unterrichten die Lehrer der SOS-Schule Estlí die Schüler in zwei Schichten. In Estlí gibt es zudem noch eine SOS-Berufsschule für eine Ausbildung in den Sparten Schneiderei, Buchhaltung, Computer, Handel und Büro.
Nicaragua wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. In diesen Fällen versuchen wir möglichst umgehend Nothilfe zu leisten. So konnten wir beispielsweise, als der Wirbelsturm "Mitch" weite Teile des Landes zerstörte, mehr als 11.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgen und wichtige Medikamente an Krankenhäuser liefern.
Heute gibt es in Nicaragua folgende SOS-Einrichtungen: Sechs Kinderdörfer, vier Jugendeinrichtungen, 16 Sozialzentren (inklusive Familienstärkungsprogramme und Kindertagesstätten), zwei Hermann-Gmeiner-Schulen und ein Schulungszentrum für SOS-Mütter und -Mitarbeiter.